Kalkulation 18. Mai 2026 7 Min.

Sanitär Stundensatz Schweiz 2026 — CHF 110–145/h Kalkulation

Was kostet ein Sanitär-Monteur in der Schweiz? Stundensatz-Richtwerte, Kalkulations-Formel und der häufigste Fehler bei der Preisgestaltung.

Sanitär Stundensatz Schweiz 2026 — CHF 110–145/h Kalkulation


Sanitär Stundensatz Schweiz 2026 — Was ist realistisch?

Für Sanitärbetriebe ist die richtige Stundensatz-Kalkulation eine der wichtigsten unternehmerischen Entscheidungen. Zu niedrig kalkuliert: Sie arbeiten für nichts. Zu hoch: Der Auftrag geht an die Konkurrenz.

Key Takeaways

  • Der marktübliche Sanitär-Stundensatz in der Schweiz liegt 2026 je nach Region und Betriebsgrösse zwischen CHF 95 und CHF 145.
  • Die korrekte Kalkulations-Formel berücksichtigt Lohnkosten, Gemeinkosten (Fahrzeuge, Büro, Versicherungen) und eine Gewinnmarge von mindestens 8–12 %.
  • Der häufigste Fehler: Sozialabgaben und Gemeinkosten werden systematisch unterschätzt — was zu Stundensätzen führt, die zwar kalkuliert, aber nicht kostendeckend sind.
  • Ein Betrieb mit 5 Monteuren braucht einen Stundensatz von mindestens CHF 118, um bei einem Auslastungsgrad von 75 % kostendeckend zu arbeiten.
  • Regionaler Preisdruck ist real, aber der Qualitätsvorteil (Schnelligkeit, Sauberkeit, Digitaldokumentation) rechtfertigt Preisaufschläge von 10–15 %.

Marktübersicht: Stundensätze nach Region 2026

Die Stundensätze für Sanitär-Monteure variieren in der Schweiz erheblich nach Region, Betriebsgrösse und Spezialisierung.

Zürich und Umgebung

  • Normaleinsatz: CHF 120–145/h
  • Notdienst (Nacht): CHF 240–290/h
  • Spezialist (z.B. Heizsysteme): CHF 130–155/h

Der Grossraum Zürich weist die höchsten Lohnkosten der Schweiz auf. Ein Sanitär-Monteur verdient hier CHF 5'800–7'200 brutto pro Monat, was sich direkt im Stundensatz niederschlägt.

Bern und Mittelland

  • Normaleinsatz: CHF 110–135/h
  • Notdienst (Nacht): CHF 220–270/h
  • Kleinstbetriebe (1–2 Personen): CHF 95–115/h

Bern und das Mittelland zeigen etwas moderatere Preise. Hier ist der Wettbewerb durch viele Ein- und Zweimannbetriebe besonders ausgeprägt.

Basel und Nordwestschweiz

  • Normaleinsatz: CHF 115–140/h
  • Grenzregion: Leichter Wettbewerbsdruck durch deutsche Anbieter
  • Industriesektor (Betriebsanlagen): CHF 125–150/h

Basel hat eine starke Industrie-Nachfrage, was spezialisierte Betriebe gut auslasten kann.

Tessin

  • Normaleinsatz: CHF 95–120/h
  • Notdienst: CHF 190–240/h

Das Tessin weist deutlich tiefere Stundensätze auf — primär bedingt durch niedrigere Löhne und starken Wettbewerb aus dem nahen Italien.

Ostschweiz und Graubünden

  • Normaleinsatz: CHF 105–130/h
  • Bergregionen / Tourismus: CHF 120–145/h (höhere Anfahrtszeiten)

In touristischen Gebieten können Betriebe höhere Stundensätze durchsetzen, da Anfahrtswege und Reaktionszeiten eingepreist werden müssen.

Die Kalkulations-Formel

Schritt 1: Lohnkosten berechnen

Der Bruttolohn des Monteurs ist nur der Ausgangspunkt. Die effektiven Lohnkosten sind deutlich höher:

  • Bruttolohn Monteur: CHF 5'500/Monat
  • Arbeitgeberanteil AHV/IV/EO: ca. 10.6 % → CHF 583
  • BVG (Pensionskasse): ca. 8 % → CHF 440
  • UVG/SUVA: ca. 2.5 % → CHF 138
  • KTG (Krankentaggeld): ca. 1 % → CHF 55
  • FAK (Familienzulagen): ca. 1.5 % → CHF 83
  • Total Lohnnebenkosten: ca. CHF 1'299

Effektive Lohnkosten: CHF 6'799/Monat

Bei 170 verfügbaren Arbeitsstunden pro Monat ergibt das CHF 40/h reine Lohnkosten.

Schritt 2: Gemeinkosten aufteilen

Gemeinkosten werden oft unterschätzt. Für einen typischen 5-Mann-Betrieb:

KostenpositionMonatlich
Fahrzeugkosten (5 Fahrzeuge)CHF 6'000
Büro und ITCHF 1'500
VersicherungenCHF 1'200
Werkzeuge und MaschinenCHF 800
Werbung und AkquiseCHF 600
Buchhaltung / TreuhandCHF 800
WeiterbildungCHF 400
DiversesCHF 700
Total GemeinkostenCHF 12'000


Bei 5 Monteuren und 75 % Auslastung (= 637.5 fakturierbare Stunden/Monat):

Gemeinkosten pro fakturierbare Stunde: CHF 18.82

Schritt 3: Selbstkostenpreis ermitteln

  • Lohnkosten/h: CHF 40.00
  • Gemeinkosten/h: CHF 18.82
  • Selbstkostenpreis: CHF 58.82/h

Schritt 4: Gewinnmarge hinzurechnen

  • Selbstkosten: CHF 58.82
  • Gewinnmarge 15 %: CHF 8.82
  • Kalkulierter Nettostundensatz: CHF 67.64

Aber Achtung: Dieser Nettostundensatz ist der reine Monteur-Stundensatz ohne Overhead der Geschäftsleitung. Ein realistischer Verkaufspreis (inkl. Unternehmerrisiko, Auftragsgewinnung, Verwaltung) liegt bei CHF 110–140/h.

Beispielkalkulation: Sanitärbetrieb mit 5 Monteuren

Betriebseckdaten

  • Betrieb: Meier Sanitär GmbH, Zürich
  • Mitarbeiter: 5 Monteure + 1 Geschäftsführer
  • Durchschnittslohn Monteure: CHF 6'200 brutto
  • Auslastungsgrad: 75 %

Monatsrechnung

Lohnkosten:

  • 5 × CHF 6'200 = CHF 31'000 brutto
  • + Nebenkosten 23.6 % = CHF 7'316
  • + Geschäftsführer anteilig = CHF 4'000
  • Total Lohnkosten: CHF 42'316

Gemeinkosten: CHF 12'000

Gesamtkosten: CHF 54'316/Monat

Fakturierbare Stunden: 5 × 170 × 75 % = 637.5 h/Monat

Selbstkostenpreis: CHF 54'316 ÷ 637.5 = CHF 85.21/h

Verkaufspreis mit 35 % Aufschlag: CHF CHF 115/h

Dieser Betrieb sollte einen Stundensatz von mindestens CHF 115 verrechnen, um profitabel zu arbeiten. Mit CHF 120–125/h ist eine gesunde Gewinnmarge möglich.

Häufige Fehler bei der Stundensatz-Kalkulation

Fehler 1: Sozialabgaben unterschätzen

Viele Betriebe rechnen nur mit dem Bruttolohn. Die effektiven Lohnnebenkosten in der Schweiz betragen aber ca. 22–25 % des Bruttolohns. Bei einem Monatslohn von CHF 6'000 sind das ca. CHF 1'380–1'500 zusätzlich.

Fehler 2: Nicht-fakturierbare Stunden vergessen

Monteure arbeiten nicht 170 Stunden pro Monat fakturierbar. Abzüge:

  • Fahrzeiten (nicht fakturierbar): ca. 10–15 %
  • Materialbeschaffung: ca. 5 %
  • Besprechungen und Administration: ca. 5 %
  • Krankheit und Ferien: ca. 10 %

Realistische Auslastung: 65–75 % — nicht 100 %.

Fehler 3: Gemeinkosten auf Umsatz statt auf fakturierbare Stunden verteilen

Der Gemeinkosten-Zuschlag gehört auf die tatsächlich fakturierbaren Stunden, nicht auf den Gesamtumsatz. Sonst entsteht eine systematische Unterkalkulation.

Fehler 4: Preiserhöhungen zu lange hinausschieben

Lohnkosten steigen jedes Jahr. Viele Betriebe passen ihre Stundensätze aber nur alle 2–3 Jahre an. Wer seinen Stundensatz nicht jährlich um 2–3 % anhebt, verliert real an Marge.

5-Jahres-Trend Stundensätze Sanitär Schweiz

JahrZürich (Durchschnitt)Bern (Durchschnitt)
2022CHF 108/hCHF 98/h
2023CHF 112/hCHF 102/h
2024CHF 116/hCHF 106/h
2025CHF 120/hCHF 110/h
2026CHF 124/hCHF 113/h


Der Trend ist klar: Stundensätze steigen jährlich um ca. 3–4 %, getrieben durch Lohnerhöhungen und steigende Betriebskosten.

FAQ: Sanitär Stundensatz Schweiz

Was ist ein normaler Stundensatz für einen Sanitär-Betrieb in der Schweiz?
Ein normaler Stundensatz liegt 2026 je nach Region zwischen CHF 95 (Tessin) und CHF 145 (Zürich). Für einen Betrieb in Zürich mit 3–8 Mitarbeitern ist CHF 120–135/h realistisch.

Warum sind Sanitär-Stundensätze so hoch?
Die Stundensätze spiegeln nicht nur den Lohn des Monteurs, sondern auch Fahrzeug- und Werkzeugkosten, Versicherungen, Buchhaltung, Büro und eine unternehmerische Gewinnmarge. Der reine Lohnanteil macht typischerweise nur 35–40 % des Stundensatzes aus.

Wie vergleiche ich mich mit dem Markt?
Holen Sie 3 Offerten von vergleichbaren Betrieben in Ihrer Region ein oder fragen Sie beim Verband (VSSH) nach aktuellen Richtwerten. Unser Stundenlohn-Rechner hilft Ihnen, Ihren eigenen Stundensatz zu ermitteln.

Darf ich verschiedene Stundensätze für verschiedene Arbeiten verrechnen?
Ja. Es ist üblich, unterschiedliche Sätze für Normalmontage, Notdienst und Spezialarbeiten (z.B. Wärmepumpen-Installation) zu haben. Wichtig ist die transparente Kommunikation im Angebot.

Wie oft sollte ich meinen Stundensatz überprüfen?
Mindestens einmal jährlich, idealerweise im Herbst für das Folgejahr. Berücksichtigen Sie Lohnerhöhungen, gestiegene Fahrzeugkosten und die allgemeine Teuerung.

Notdienst-Stundensätze und Pikettentschädigung

Wer als Sanitärbetrieb rund um die Uhr erreichbar ist, leistet mehr als einen normalen Arbeitstag — und sollte das entsprechend verrechnen. Notdienst-Stundensätze sind keine Willkür, sondern decken reale Mehrkosten: höhere Mitarbeiterentschädigungen, Fahrtkosten zu ungewöhnlichen Zeiten und den organisatorischen Aufwand des Pikettdienstes.

EinsatzzeitZuschlagRichtwert-Stundensatz ZürichRichtwert Bern
Nacht (22–06 Uhr)+50%CHF 172–217CHF 157–197
Samstag-Nachmittag (13–17 Uhr)+25%CHF 143–181CHF 131–165
Sonntag ganztags+100%CHF 230–290CHF 209–263
Feiertag ganztags+100%CHF 230–290CHF 209–263
Pikett-Bereitschaft pro Nacht/WEPauschaleCHF 80–200CHF 80–200


Die Richtwert-Stundensätze basieren auf dem jeweiligen kantonalen Tages-Stundensatz (Zürich CHF 115–145, Bern CHF 105–131) multipliziert mit dem entsprechenden Zuschlagsfaktor.

Mindesteinsatz-Regel: Die meisten Betriebe verrechnen unabhängig vom tatsächlichen Aufwand mindestens 1 Stunde — auch wenn die Reparatur selbst nur 20 Minuten dauert. Das deckt An- und Abfahrt, Materialbeschaffung sowie den Aufwand, den Pikettdienst zu aktivieren. Diese Regelung sollte im Auftrag und in den AGB klar festgehalten sein.

Kalkulations-Tipp: Führen Sie Notdienst-Stundensätze als separate Preisposition — nicht im allgemeinen Stundensatz vergraben. Wenn Kunden in Ihrem Angebot zwei klare Zeilen sehen ("Tagesdienst: CHF 115/h" und "Notdienst ab 22 Uhr: CHF 172/h"), entstehen weniger Missverständnisse auf der Rechnung. Eine Sanitärsoftware mit konfigurierbaren Zeitzuschlägen erleichtert die korrekte Verrechnung erheblich.

Pikettentschädigung für Monteure: Wer Pikett leistet, hat Anspruch auf eine separate Entschädigung — das ist im GAV Sanitär/HLKS klar geregelt. Die Pikett-Bereitschaft wird nicht einfach durch den regulären Lohn abgedeckt. Betriebe müssen kalkulieren, dass jede Pikettnacht und jedes Pikettwochen­ende sowohl die Monteursentsschädigung als auch den eigenen Verwaltungsaufwand kostet — unabhängig davon, ob ein Einsatz anfällt oder nicht.

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Wartungsvertrag-Kalkulation: Planbare Einnahmen mit fixem Stundensatz

Einzelaufträge sind gut — Wartungsverträge sind besser. Wer seinen Betrieb auf planbare, wiederkehrende Einnahmen aufbauen möchte, sollte Wartungsverträge (WV) gezielt anbieten und korrekt kalkulieren. Der entscheidende Unterschied: Beim Einzelauftrag fakturieren Sie den tatsächlichen Aufwand nach Stunden. Beim Wartungsvertrag vereinbaren Sie eine Jahrespauschale, die auf einem internen Stundensatz basiert — aber für den Kunden als Fixpreis erscheint.

Wie man einen WV-Pauschalpreis kalkuliert:

  • Schätzen Sie den Jahresaufwand pro Objekt in Stunden (z.B. 2 Stunden Jahresinspektion + 0.5 Stunden Verwaltung = 2.5 h/Jahr)
  • Multiplizieren Sie mit Ihrem internen Stundensatz (z.B. CHF 115 × 2.5 h = CHF 287.50)
  • Addieren Sie einen Puffer von 20% für unerwartete Kleinreparaturen (CHF 287.50 × 1.20 = CHF 345)
  • Runden Sie auf einen kommunizierbaren Preis (z.B. CHF 280–320/Jahr je nach Objektgrösse)

Beispielrechnung: 50 Liegenschaften mit je einem WV à CHF 280/Jahr = CHF 14'000 planbare Einnahmen pro Jahr. Bei einem kalkulierten Deckungsbeitrag von ca. 65% bleiben rund CHF 9'100 für Gemeinkosten und Gewinn. Skalieren Sie auf 100 Verträge: CHF 28'000 planbarer Deckungsbeitrag.

Was ein WV-Pauschalpreis enthalten sollte:

  • Jährliche Sichtprüfung und Grundreinigung der vereinbarten Anlagen
  • Protokoll und Übergabe an den Eigentümer
  • Priorisierte Reaktionszeit bei Störungen (z.B. innerhalb 24 Stunden)
  • Kleinreparaturen bis zu einem definierten Materialwert (z.B. bis CHF 50)

Was explizit extra bleibt: Ersatzteile über dem Limit, Erneuerungen, Notfalleinsätze ausserhalb der WV-Reaktionszeit, Umbauarbeiten.

Wartungsverträge schaffen dreifachen Mehrwert: Sie binden Kunden langfristig, ermöglichen planbare Auslastung in Flauten und reduzieren den Akquisitionsaufwand massiv.

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Wie kommuniziert man eine Stundensatz-Erhöhung?

Viele Sanitärunternehmer zögern, ihren Stundensatz anzupassen — aus Angst, Kunden zu verlieren. Kunden, die Qualität schätzen, akzeptieren Preiserhöhungen jedoch, wenn sie gut kommuniziert werden.

Warum Erhöhungen nötig und legitim sind: Seit 2022 sind die Betriebskosten im Sanitärbereich merklich gestiegen — Lohnerhöhungen gemäss GAV VSSH (jährlich 1.5–3.5%), Fahrzeugkosten, Materialpreise und die allgemeine Teuerung. Ein Stundensatz, der 2022 kostendeckend war, ist es 2026 oft nicht mehr. Mit dem Stundenlohn-Rechner lässt sich schnell berechnen, wie stark sich die eigenen Selbstkosten verändert haben.

Timing: Die beste Zeit für eine Preiserhöhungsmitteilung ist der Herbst — idealerweise Oktober oder November — für eine Anpassung per 1. Januar des Folgejahres. So haben Kunden zwei bis drei Monate Vorlaufzeit und können es in ihre eigene Budgetplanung einfliessen lassen.

Die 3 Bausteine einer guten Kommunikation:

  • Dank und Wertschätzung: Beginnen Sie mit einer echten Anerkennung der Zusammenarbeit.
  • Konkrete Kostensteigerungen nennen: Prozentangaben wirken glaubwürdiger als vage Formulierungen.
  • Neuer Stundensatz und Datum klar nennen: Keine Unklarheiten, kein Kleingedrucktes.

Muster-Vorlage:

Sehr geehrte Frau Müller, wir bedanken uns herzlich für die langjährige und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Aufgrund der gestiegenen Lohnkosten (+3.2% gemäss GAV VSSH) sowie höherer Fahrzeug- und Betriebskosten passen wir unsere Preise per 1. Januar 2027 an. Unser neuer Stundensatz beläuft sich ab diesem Datum auf CHF X exkl. MwSt. Wir danken Ihnen für Ihr Verständnis.

Studien und Praxiserfahrungen aus der Handwerksbranche zeigen konsistent: Kunden akzeptieren Erhöhungen von bis zu 8–10%, wenn sie rechtzeitig, begründet und persönlich kommuniziert werden. Was zu Kündigungen führt, ist nicht der neue Preis — sondern die Überraschung auf der Rechnung.

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VSSH-Empfehlungen und Branchenstandards

Der VSSH (Verband Schweizerischer Sanitär- und Heizungsunternehmen) ist der massgebliche Branchenverband für Sanitär- und HLKS-Unternehmen in der Schweiz. Mit rund 1'400 Mitgliedsbetrieben stellt er seinen Mitgliedern praktische Arbeitsmittel zur Verfügung.

Was der VSSH publiziert: Für Kalkulationsfragen besonders relevant sind die Richtkostentabellen und Lohnempfehlungen, die der VSSH regelmässig aktualisiert. Sie enthalten kantonale Richtstundensätze, Empfehlungen zur Kalkulation von Regieleistungen, Pauschalpreistabellen für Standardarbeiten sowie Muster-AGB und Vertragsdokumente. Diese Unterlagen sind für Mitglieder über das Mitgliederportal zugänglich.

Wie man Richtwerte gegenüber Kunden nutzt: Der VSSH-Richttarif hat argumentative Kraft. Wenn ein Kunde den Stundensatz in Frage stellt, können Sie konkret sagen: "Unser Stundensatz entspricht dem VSSH-Richttarif für die Region Mittelland" — und damit verdeutlichen, dass Ihr Preis keiner Willkür folgt, sondern einem Branchenstandard.

Wann bewusst unter dem Richtwert arbeiten:

  • Bei Grossaufträgen mit hohem Volumen und sicherer Auslastung (z.B. Neubauprojekte mit 500+ Stunden)
  • Bei strategischen Kunden mit Langzeitpotenzial
  • Bei ausgeprägtem Wettbewerbsdruck in einer bestimmten Region (befristet und bewusst)

Wann über dem Richtwert arbeiten:

  • Notdiensteinsätze (s. Sektion oben)
  • Spezialarbeiten: Wärmepumpen, Legionellen-Sanierungen, Trinkwasserhygiene
  • Sehr kleine Einzelaufträge mit hohem Rüst- und Fahrtaufwand
  • Kunden mit überdurchschnittlichem Kommunikations- oder Zahlungsaufwand

Lohnt sich die VSSH-Mitgliedschaft? Für die meisten Betriebe: ja. Der Jahresbeitrag liegt je nach Betriebsgrösse bei ca. CHF 400–800. Wer die Kalkulationshilfen, die Muster-AGB, die Weiterbildungsangebote und das Branchennetzwerk aktiv nutzt, amortisiert diesen Betrag rasch.

Fazit

Der richtige Sanitär-Stundensatz in der Schweiz ist kein Bauchgefühl — er ist das Ergebnis einer strukturierten Kalkulation. Wer Lohnkosten, Sozialabgaben, Gemeinkosten und Gewinnmarge sauber durchrechnet, landet je nach Region bei CHF 110–145/h.

Mit Baunex können Sie Ihren Stundensatz direkt in Ihrem Offertensystem hinterlegen und alle Angebote automatisch auf Basis Ihres kalkulierten Stundensatzes erstellen. So stellen Sie sicher, dass jede Offerte kostendeckend und profitabel ist — ohne mühsames manuelles Nachrechnen.

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Material-Aufschlag Strategie — Wie Sie Margen richtig kalkulieren

Arbeit ist in der Offerte meist klar kalkuliert — beim Material verlieren viele Sanitärbetriebe unnötig Marge. Der Schlüssel: zwischen Listenpeis, Einkaufspreis und Verrechnungspreis unterscheiden.

Schweizer Standard: 20–35 % Aufschlag auf den Netto-Einkaufspreis (EK) ist in der Sanitärbranche üblich und akzeptiert. Der tatsächliche Aufschlag hängt von Kategorie und Bestellvolumen ab.

MaterialkategorieTypischer Aufschlag (auf EK)Begründung
Standard-Armaturen (Grosse Marken)20–25 %Hohe Marktvergleichbarkeit
Rohrmaterial (Kupfer, PP, PEX)25–30 %Preis schwankt mit Rohstoffmarkt
Spezial-Armaturen / Sonderanfertigungen30–40 %Beschaffungsaufwand, kleines Volumen
Notfall-Material (Lager/Express-Bestellung)35–50 %Verfügbarkeitsaufpreis gerechtfertigt
Klein-Verbrauchsmaterial (Dichtungen, Fittinge)40–60 %Handlingskosten oft höher als EK


Fehler vermeiden: Viele Betriebe kalkulieren auf den Listenpreis statt auf den tatsächlichen EK-Preis. Bei Lieferantenrabatten von 30–40 % können Sie auf den günstigeren EK-Preis aufschlagen und trotzdem unter dem Listenpreis bleiben — das ist im Kundenvergleich wettbewerbsfähig und trotzdem profitabel.

Halten Sie Ihre Materialaufschläge in Ihrem Offertensystem als Standard hinterlegt: Das verhindert, dass Monteure beim Offert-Erstellen aus Bequemlichkeit zu tief kalkulieren.

Weiterführende Artikel: Boiler Wartung Checkliste SanitärKI für SanitärbetriebeRohrbruch Notdienst Kosten

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Häufige Fragen

Was ist der durchschnittliche Sanitär-Stundensatz in der Schweiz 2026?

Der marktübliche Stundensatz liegt je nach Region zwischen CHF 95 (Kleinstbetrieb Tessin) und CHF 145 (Spezialist Zürich). Im Mittelland sind CHF 110–135/h üblich. Notdienst nachts verdoppelt den Ansatz auf CHF 220–290/h.

Wie berechne ich den richtigen Stundensatz als Sanitärbetrieb?

Ausgehend von den effektiven Lohnkosten (Bruttolohn + 24–25 % Lohnnebenkosten) teilen Sie diese durch die produktiven Stunden pro Monat, addieren den Gemeinkostenanteil pro Stunde und schlagen 8–12 % Gewinnmarge auf. Inklusive 75 % Auslastung ergibt das für einen 5-Mann-Betrieb ca. CHF 118/h Mindest-Stundensatz.

Warum sind Sanitär-Stundensätze in Zürich höher?

In Zürich liegen die Lohnkosten für Sanitär-Monteure mit CHF 5'800–7'200/Monat brutto deutlich über dem Schweizer Durchschnitt. Der hohe Wettbewerb um Fachkräfte und die allgemeinen Lebenshaltungskosten treiben die Lohnbasis — und damit den Stundensatz — nach oben.

Was kostet ein Sanitär-Notdienst nachts?

Mit dem typischen Nachtzuschlag von +100 % (22–06 Uhr) verdoppelt sich der Stundensatz: In Zürich also CHF 240–290/h, in Bern CHF 220–270/h. Dazu kommen erhöhte Anfahrtspauschalen von CHF 120–180. Ein Mindesteinsatz von 1 Stunde ist branchenüblich.

Welche Gemeinkosten vergessen Sanitärbetriebe bei der Kalkulation?

Am häufigsten werden unterschätzt: Fahrzeugkosten (Leasing, Unterhalt, Versicherung), Werkzeug-Amortisation, Weiterbildungskosten und Akquise-Aufwand. Zusammen machen diese Positionen bei einem 5-Mann-Betrieb CHF 10'000–12'000/Monat aus — das entspricht ca. CHF 25–30 pro produktiver Stunde.

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