Schnell rechnen: Mit dem kostenlosen Badrenovation-Kostenrechner schätzen Sie Ihr Bad in einer Minute – nach Fläche, Standard und Extras, mit denselben Richtwerten wie in diesem Artikel.

Ein Bad zu renovieren ist für die meisten Eigentümerinnen und Eigentümer eine der grössten Einzelinvestitionen in der Wohnung. Die Preise, die man im Internet findet, gehen weit auseinander – oft, weil unterschiedliche Dinge verglichen werden: eine Auffrischung mit neuen Armaturen, eine Teilsanierung ohne neue Leitungen oder ein Komplettumbau bis auf den Rohbau.

Dieser Leitfaden ordnet die Zahlen. Alle Richtwerte stammen aus öffentlich einsehbaren Schweizer Quellen, die am Ende verlinkt sind (Stand: September 2026). Wo wir selbst rechnen, legen wir den Rechenweg offen.

Sie wollen nur einzelne Elemente tauschen? Die Kosten für eine neue Dusche, Badewanne oder ein neues WC finden Sie im Ratgeber Dusche, Badewanne oder WC ersetzen.

Key Takeaways

  • Eine Komplettrenovation kostet rund CHF 2'000 (einfach), CHF 3'000 (mittel) oder ab CHF 4'500 (gehoben) pro m² Bodenfläche (houzy, Preisstand 2023). daibau nennt für die Komplettsanierung Ø CHF 3'100 pro m².
  • Kleine Bäder haben höhere m²-Preise: Für 4–6 m² nennt daibau typischerweise CHF 25'000–30'000, für ein Standardbad von 8–10 m² CHF 30'000–40'000.
  • Rechnen Sie 10–15 % Reserve für Unvorhergesehenes ein (Geberit, neho).
  • In Zürich, Genf, Basel und Zug liegen die Stundensätze laut neho oft 15–25 % höher als in ländlichen Kantonen; die Handwerkerleistung macht 50–60 % der Kosten aus.
  • Die Bauzeit einer Komplettsanierung beträgt 2–4 Wochen plus rund 1 Woche Puffer (daibau).
  • Bei Bädern, die vor 1990 gebaut oder saniert wurden, sollte vor dem Rückbau auf Asbest geprüft werden (Suva).

Was kostet eine Badsanierung pro m²?

Der m²-Preis ist die schnellste Art, ein Bad grob zu budgetieren. Zwei Schweizer Quellen liefern dazu Werte, die gut zusammenpassen: houzy unterscheidet nach Ausbaustandard, daibau nach Umfang der Arbeiten.

Balkendiagramm: Kosten einer Badsanierung pro m² in der Schweiz nach Standard (houzy) und nach Umfang (daibau)
Richtwerte pro m² Bodenfläche. Quellen: houzy.ch (Preisstand 2023), daibau.ch (24.04.2026).
Ausbaustandard (houzy)Richtpreis pro m²Beispiele für die Ausstattung
Einfach~CHF 2'000Standardapparate, einfache Platten, keine Grundrissänderung
Mittel~CHF 3'000Markenapparate, Unterputz-Armaturen, bodenebene Dusche
Gehobenab CHF 4'500Designapparate, grossformatige oder Natursteinplatten, Extras


Umfang der Arbeiten (daibau)Richtpreis pro m²
Renovierung/Auffrischung (Armaturen, Silikon, Anstrich)CHF 250–600
Teilsanierung (z. B. Dusche oder Platten neu, Leitungen bleiben)CHF 1'000–1'600
Komplettsanierung (alles neu inkl. Leitungen)Ø CHF 3'100


Die beiden Skalen decken sich: houzy „mittel" (CHF 3'000) liegt fast genau auf dem daibau-Durchschnitt für die Komplettsanierung (CHF 3'100). Insgesamt nennt daibau für Badsanierungen eine Spanne von CHF 1'100 bis 5'200 pro m² bzw. CHF 6'000 bis 60'000 pro Bad – je nach Umfang.

Wichtig: houzy weist die Werte als Richtpreise mit Preisstand 2023 aus. Seither sind die Baupreise leicht gestiegen (siehe Abschnitt zum Baupreisindex). Eine Offerte vom Sanitär- oder Plattenlegerbetrieb ersetzt keine m²-Schätzung, sie präzisiert sie.

Kosten nach Badgrösse: 4 bis 12 m²

Multipliziert man die houzy-Sätze mit typischen Badgrössen, ergibt sich folgende Übersicht. Für 12 m² nennt houzy selbst genau diese Beträge (CHF 24'000 / 36'000 / 54'000).

BadgrösseEinfach (~CHF 2'000/m²)Mittel (~CHF 3'000/m²)Gehoben (ab CHF 4'500/m²)Vergleich daibau (Praxiswerte)
4 m² (Gäste-Bad, kleines Duschbad)~CHF 8'000~CHF 12'000ab CHF 18'0004–6 m²: meist CHF 25'000–30'000
6 m² (typisches Wohnungsbad)~CHF 12'000~CHF 18'000ab CHF 27'0004–6 m²: meist CHF 25'000–30'000
8 m² (Familienbad)~CHF 16'000~CHF 24'000ab CHF 36'0008–10 m²: meist CHF 30'000–40'000
10 m²~CHF 20'000~CHF 30'000ab CHF 45'0008–10 m²: meist CHF 30'000–40'000
12 m² (grosses Bad)~CHF 24'000~CHF 36'000ab CHF 54'000–


Warum kleine Bäder teurer wirken: Die reine Multiplikation unterschätzt kleine Räume. daibau weist ausdrücklich darauf hin, dass kleinere Bäder höhere m²-Preise haben: WC, Lavabo, Dusche, Leitungen und Anschlüsse braucht auch ein 4-m²-Bad – die Fixkosten verteilen sich nur auf weniger Fläche. Für 4–6 m² ist die daibau-Spanne von CHF 25'000–30'000 deshalb der realistischere Planungswert für eine Komplettsanierung als die reine m²-Rechnung.

Rechenbeispiel: 8-m²-Bad im mittleren Standard

Das folgende Rechenbeispiel verwendet ausschliesslich die oben genannten Quellenwerte. Es ist keine Offerte, sondern eine nachvollziehbare Budgetschätzung.

PostenRechenwegBetrag
Komplettrenovation, mittlerer Standard8 m² × ~CHF 3'000 (houzy)CHF 24'000
Reserve für Unvorhergesehenes10–15 % von CHF 24'000 (Geberit, neho)CHF 2'400–3'600
Budget ohne ExtrasCHF 26'400–27'600
Option: Fussbodenheizung8 m² × ~CHF 250 (houzy)+ ~CHF 2'000
Option: Dusch-WCRichtwert houzy+ ~CHF 4'000
Option: Standort Zürich, Genf, Basel oder ZugArbeitsanteil 50–60 % × Zuschlag 15–25 % (neho) = +7,5–15 % auf CHF 24'000+ CHF 1'800–3'600


Mit Fussbodenheizung, Dusch-WC und Zentrumslage landet dasselbe Bad bei rund CHF 34'000–37'000 – also mitten in der daibau-Praxisspanne von CHF 30'000–40'000 für 8–10 m². Das zeigt: Die Grundrechnung ist realistisch, die Extras machen den Unterschied.

Wohin das Geld fliesst: Arbeit, Material, Stundensätze

Eine belastbare Aufteilung nach einzelnen Gewerken (Sanitär, Plattenleger, Elektro, Maler) veröffentlicht keine der geprüften Quellen einheitlich – Prozentangaben dazu schwanken im Netz stark. Belegt ist die grobe Aufteilung: Laut neho macht die Handwerkerleistung 50–60 % der Gesamtkosten aus, der Rest entfällt auf Material, Apparate und Nebenkosten.

Donut-Diagramm: Handwerkerleistung 50–60 %, Material und Apparate 40–50 %, zusätzlich 10–15 % Reserve; darunter Stundensätze Sanitär, Elektro, Plattenleger
Kostenaufteilung einer Badsanierung und Stundensätze der beteiligten Gewerke. Quellen: neho.ch, Geberit, houzy.ch (Preisstand 2023).
GewerkStundensatz (houzy, Preisstand 2023)Typische Arbeiten im Bad
SanitärCHF 80–140/hLeitungen, Abläufe, Vorwandelemente, Apparatemontage
ElektroCHF 80–140/hLicht, Steckdosen, Spiegelschrank, Fussbodenheizung, Lüftung
PlattenlegerCHF 80–120/hAbdichtung, Wand- und Bodenplatten, Fugen


Weil die Arbeit mehr als die Hälfte ausmacht, wirken sich Stundensätze und Koordination stark aus: Jeder Tag, an dem ein Gewerk auf das vorherige warten muss, kostet Geld.

Kosten nach Region: Sind Zürich und Genf teurer?

Ja. Laut neho liegen die Stundensätze in den Wirtschaftszentren Zürich, Genf, Basel und Zug oft 15–25 % über jenen in ländlichen Kantonen wie Jura, Glarus oder Appenzell. Da die Handwerkerleistung 50–60 % der Kosten ausmacht, steigt das Gesamtbudget nicht um die vollen 15–25 %, sondern rechnerisch um etwa 7,5–15 %.

Beispiel 8 m², mittlerer StandardLändlicher KantonZentrum (ZH, GE, BS, ZG)
Grundbudget (8 m² × CHF 3'000)~CHF 24'000~CHF 25'800–27'600
RechenwegBasis+ 7,5–15 % (Arbeitsanteil × Zuschlag)


In der Westschweiz und im Tessin gilt das gleiche Prinzip; die französische und die italienische Fassung dieses Artikels gehen auf Genf/Waadt und das Tessin ein.

Extras und Sonderwünsche: was sie kosten

Die grössten Budget-Sprünge entstehen selten beim Grundausbau, sondern bei Extras. houzy nennt dafür folgende Richtwerte (Preisstand 2023):

ExtraRichtwert (houzy)
Dusch-WC~CHF 4'000
Fussbodenheizung~CHF 250 pro m²
Massgefertigte DuschkabineCHF 3'000–10'000
Freistehende Badewanne~CHF 5'000 Mehrkosten
Whirlpool-Wanne~CHF 4'000 Mehrkosten
Neue Fenster/Türen~CHF 3'000
Altersgerechter UmbauCHF 5'000–20'000 Mehrkosten


Wird im Zuge der Badsanierung auch der Warmwasserspeicher ersetzt, hilft der Boiler-Grössenrechner, die passende Speichergrösse für den Haushalt zu bestimmen.

Plattenformate, Verlegepreise und Apparate

Verlegepreise nach Plattenformat

Das Westschweizer Portal mesartisans.ch nennt für die Verlegung (Arbeit) folgende Preise pro m² – der Artikel stammt von 2022, die Relationen zwischen den Formaten sind aber aufschlussreich:

Format / VerlegeartVerlegen pro m² (mesartisans, 2022)
30×30 cmCHF 35–55
60×60 cmCHF 45–65
45×90 cmCHF 65–90
120×60 cmCHF 70–110
MosaikCHF 65–85
WandplattenCHF 45–65
Alte Platten entfernenCHF 17–35


Grossformate sehen ruhig aus und haben weniger Fugen, sind aber schwerer, brauchen einen sehr ebenen Untergrund und kosten beim Verlegen mehr. Mosaik ist im Duschbereich beliebt (Gefälle), aber ebenfalls arbeitsintensiv.

Apparate und Armaturen

daibau nennt für einzelne Apparate folgende Spannen (Stand 24.04.2026, jeweils „komplett"):

ApparatSpanne (daibau)
WCCHF 180–900
LavaboCHF 98–1'100
BadewanneCHF 540–1'490
DuschwanneCHF 360–2'200
ArmaturCHF 96–780
Plattenarbeiten bei 3–10 m² FlächeCHF 72–128 pro m²


Diese Einzelpreise zeigen vor allem eines: Die Apparate selbst sind selten der grösste Posten. Teuer wird das Bad durch Rückbau, Leitungen, Abdichtung, Platten und die Koordination mehrerer Gewerke.

Versteckte Kosten und Puffer

Bei einer Badsanierung sieht man erst nach dem Rückbau, was hinter den Platten steckt: korrodierte Leitungen, feuchte Wände, nicht dokumentierte Rohre. Geberit empfiehlt deshalb: „Planen Sie beim Budget einen Puffer von +10 bis 15 Prozent ein." neho nennt denselben Wert und rechnet vor: Bei CHF 30'000 sind das CHF 3'000–4'500.

Dass der Puffer nötig ist, zeigt ein Fallbeispiel von daibau: Für ein 5-m²-Bad waren rund CHF 10'500 veranschlagt. Weil sich die Bauherrschaft während der Arbeiten für hochwertigere Platten und eine Glasduschwand entschied, stiegen die Kosten um rund 25 % auf etwa CHF 13'500. Zusätzlich fanden sich in einer nichttragenden Wand nicht dokumentierte Leitungen, was eine Planänderung und Verzögerung nach sich zog.

Typische versteckte Posten:

  • Leitungen, die beim Öffnen der Wand ersetzt werden müssen
  • Feuchteschäden oder mangelhafte alte Abdichtung
  • Unebener Untergrund (Ausgleich vor dem Verlegen)
  • Asbesthaltiger Plattenkleber in älteren Gebäuden (siehe unten)
  • Änderungswünsche während der Bauphase

Asbest: Pflichtabklärung bei Bädern vor 1990

Die Suva ist hier deutlich: Asbest ist in der Schweiz seit 1990 verboten. Alle Gebäude, die vorher erstellt oder saniert wurden, können asbesthaltige Materialien enthalten – ausdrücklich genannt wird unter anderem der Fliesenkleber. Von aussen erkennt man das nicht; nur eine Laboranalyse einer Materialprobe bringt Klarheit.

Was das für Ihre Badsanierung bedeutet:

  • Vor dem Rückbau abklären: Bei Baujahr oder letzter Badsanierung vor 1990 vor Beginn der Arbeiten Materialproben analysieren lassen, idealerweise durch Bauschadstoff-Fachleute.
  • Nie selbst abschlagen: Beim Abspitzen und Schleifen werden Fasern freigesetzt, die für die Lunge extrem gefährlich sind.
  • Entfernung durch Fachleute: Wird Asbest gefunden, entscheidet die Gefährdungsstufe, wer die Arbeiten ausführen darf; für Sanierungen braucht es qualifizierte Asbestsanierungsfirmen.

Die Kosten für Analyse und Sanierung hängen stark von Fläche und Zugänglichkeit ab; seriöse Pauschalwerte gibt es dafür nicht. Planen Sie die Abklärung vor der Offerte ein, damit sie nicht zur teuren Überraschung wird.

Wann muss ein Bad saniert werden? Lebensdauer der Bauteile

Ob ein Bad „fällig" ist, zeigen Alter und Zustand der Bauteile. Die paritätische Lebensdauertabelle von HEV Schweiz und Mieterverband (aktuelle Fassung in Kraft seit 1. Februar 2024) ist die Referenz dafür. Die vollständige Tabelle gibt es nur als Broschüre; die folgenden Werte stammen aus einer Wiedergabe beim Schweizerischen Mieterschutz, deren Fassung nicht datiert ist – im Einzelfall die aktuelle Broschüre prüfen.

BauteilLebensdauer (Wiedergabe Mieterschutz)
Badewanne/Dusche Acryl / Stahl / Emaillierung25 / 35 / 20 Jahre
Lavabo, WC, Bidet (Keramik)35 Jahre
Dusch-WC20 Jahre
Wandplatten Keramik, Steinzeug, Glasmosaik / Feinsteinzeug30 / 40 Jahre
Mischbatterien verchromt / Packungen, Dichtungen20 / 6 Jahre
Duschkabine Kunststoff / Glaswände15 / 25 Jahre
Fugendichtungen im Bad8 Jahre


Faustregel aus der Praxis: Sind Platten und Keramik nach 30–35 Jahren am Ende ihrer Lebensdauer und müssen gleichzeitig Leitungen erneuert werden, ist die Komplettsanierung meist wirtschaftlicher als mehrere Teilreparaturen. Sind nur Silikonfugen, Armaturen oder die Duschabtrennung verbraucht, reicht oft eine Auffrischung.

Wer zahlt: Mieter oder Vermieter?

In einer Mietwohnung ist die Badsanierung grundsätzlich Sache der Vermieterin oder des Vermieters. Das Obligationenrecht verpflichtet sie, die Wohnung in einem gebrauchstauglichen Zustand zu erhalten (Art. 256 OR). Die Mieterschaft muss nur kleine Mängel selbst beseitigen, die sich mit kleinen Reinigungen oder Ausbesserungen beheben lassen (Art. 259 OR).

Was Mieterinnen und Mieter wissen sollten:

  • Erneuerung während der Mietdauer: Die Vermieterschaft darf Erneuerungen und Änderungen nur vornehmen, wenn sie für die Mieterschaft zumutbar sind (Art. 260 OR).
  • Mietzinserhöhung: Nur wertvermehrende Verbesserungen dürfen auf den Mietzins überwälzt werden, nicht der reine Ersatz (Art. 269a lit. b OR, Art. 14 VMWG).
  • Schäden beim Auszug: Bei übermässiger Abnützung zahlt die Mieterschaft nur den Zeitwert, also die Restlebensdauer. Der Mieterverband rechnet das am Beispiel eines 6-jährigen Spannteppichs mit 10 Jahren Lebensdauer vor: Die Mieterschaft trägt noch 40 %. Hier kommt die Lebensdauertabelle oben ins Spiel.

Badsanierung von den Steuern abziehen

Bei Liegenschaften im Privatvermögen sind werterhaltende Kosten (Unterhalt) abziehbar, wertvermehrende nicht. Wie eine Badsanierung aufgeteilt wird, regelt jeder Kanton selbst. Der Kanton Zürich legt es im Steuerbuch (Merkblatt ZStB 30.3, gültig ab Steuerperiode 2020) für Bäder so fest:

Massnahme im Bad (Kanton Zürich)Abzugsfähiger Anteil
Reparatur oder gleichwertiger Ersatz von Apparaten1/1 (100 %)
Modernisierung, Gesamterneuerung inkl. Apparate2/3
Ersatz mit grösserem Komfort (z. B. Closomat, Dampfdusche)1/4
Zusätzliche, neue Einrichtungen0


Statt der effektiven Kosten kann im Kanton Zürich ein Pauschalabzug von 20 % des Mietertrags bzw. Eigenmietwerts geltend gemacht werden. Andere Kantone haben eigene Praxisregeln – fragen Sie im Zweifel beim kantonalen Steueramt nach.

Achtung, Systemwechsel: Mit der Abschaffung des Eigenmietwerts entfällt per 1. Januar 2029 bei selbst bewohntem Wohneigentum auch der Abzug der Unterhaltskosten – bei Bund, Kantonen und Gemeinden. Bei vermieteten Wohnungen bleibt er erhalten. Bis Ende 2028 gelten die heutigen Regeln (Bundesrat, Beschluss vom 1. April 2026). Wer ohnehin eine Badsanierung plant und selbst im Eigentum wohnt, sollte den Zeitpunkt deshalb mit seiner Steuerberatung abstimmen.

Lohnt sich die Sanierung vor dem Verkauf?

Nur bedingt. neho hält fest, dass eine grosse Investition in eine Vollsanierung typischerweise nur 50–70 % der investierten Summe als Mehrwert beim Verkaufspreis erzielt. Wer ein Bad für CHF 30'000 komplett saniert, kann also mit rund CHF 15'000–21'000 Mehrpreis rechnen.

Sinnvoller vor einem Verkauf sind oft günstige, sichtbare Massnahmen: neue Silikonfugen, Armaturen, Spiegelschrank, Anstrich. Damit wirkt das Bad gepflegt, und die Käuferschaft kann den grossen Umbau nach eigenem Geschmack planen.

Teilrenovation: nur Dusche oder WC ersetzen

Nicht jedes Bad muss bis auf den Rohbau zurückgebaut werden. Eine Teilsanierung kostet laut daibau CHF 1'000–1'600 pro m², eine Auffrischung nur CHF 250–600 pro m². Geberit nennt für eine sanfte Renovation CHF 4'000–10'000 und für einen Gesamtbadumbau ab CHF 20'000.

Was es genau kostet, nur die Dusche, die Badewanne oder das WC zu ersetzen, zeigt der separate Ratgeber Dusche oder WC ersetzen: Kosten in der Schweiz.

Wie lange dauert eine Badsanierung? Ablauf der Gewerke

daibau nennt folgende Bauzeiten (Stand 24.04.2026):

UmfangBauzeit (daibau)
Renovierung/Auffrischung2–5 Tage
Teilsanierung1–2 Wochen
Komplettsanierung2–4 Wochen
Neubau eines Bads4–6 Wochen
Empfohlener Puffer+ 1 Woche


Mit Puffer sollten Sie für eine Komplettsanierung also 3–5 Wochen einplanen, in denen das Bad nicht nutzbar ist. Planung, Offerten und Lieferzeiten der Apparate kommen davor dazu.

Gantt-Diagramm: schematischer Ablauf einer Badsanierung über 3–5 Wochen mit Rückbau, Rohinstallation, Abdichtung, Platten, Fertigmontage, Maler und Puffer
Schematischer Ablauf der Gewerke. Gesamtdauer laut daibau.ch: 2–4 Wochen plus 1 Woche Puffer.

Die Reihenfolge ist fast immer gleich: Rückbau und Entsorgung, Rohinstallation von Sanitär und Elektro, Abdichtung mit Trocknungszeit, Plattenarbeiten, Fertigmontage der Apparate, zum Schluss Maler, Reinigung und Abnahme. Wie Sanitärbetriebe diese Schnittstellen planen, beschreibt der Beitrag Badezimmer-Renovation: Sanitärplanung.

Zur Abnahme: Halten Sie Mängel und offene Punkte schriftlich fest. Eine kostenlose Vorlage finden Sie im Wissen-Bereich: Abnahmeprotokoll-Vorlage.

Checkliste vor dem Start

Eine gute Vorbereitung spart mehr Geld als jede Verhandlung über den Stundensatz:

  • Umfang festlegen: Auffrischung, Teil- oder Komplettsanierung? Davon hängt ab, ob CHF 250 oder CHF 3'000 pro m² realistisch sind.
  • Budget mit Reserve: Grundbudget plus 10–15 % für Unvorhergesehenes, Extras separat ausweisen.
  • Asbest abklären: Bei Platten, die vor 1990 verlegt wurden, vor der Offertanfrage eine Materialprobe analysieren lassen.
  • Bewilligung prüfen: Für einen Ersatz am gleichen Ort braucht es meist keine Baubewilligung. Werden tragende Wände versetzt, die Lüftung geändert oder ein neues Bad eingebaut, bei der Gemeinde nachfragen.
  • Drei vergleichbare Offerten: Alle Betriebe mit demselben Leistungsbeschrieb anfragen (Flächen, Apparate, Extras), sonst vergleicht man Äpfel mit Birnen.
  • Werkvertrag klären: Pauschalpreis oder ungefährer Kostenansatz? Bei einem Pauschalpreis trägt der Unternehmer das Kostenrisiko (Art. 373 OR); wird ein ungefährer Ansatz unverhältnismässig überschritten, kann die Bauherrschaft zurücktreten oder eine Herabsetzung verlangen (Art. 375 OR).
  • Ersatzlösung planen: Ist das Bad das einzige WC in der Wohnung, für 3–5 Wochen eine Alternative organisieren.
  • Steuerzeitpunkt: Wer selbst im Eigentum wohnt, sollte den Systemwechsel per 2029 berücksichtigen.

Baupreise 2026: Was der Baupreisindex zeigt

Das Bundesamt für Statistik (BFS) misst die Entwicklung der Baupreise halbjährlich. Im April 2026 lag der Baupreisindex bei 100,6 Punkten (Basis Oktober 2025 = 100). Im Hochbau stiegen die Preise gegenüber Oktober 2025 um 0,5 % und innert Jahresfrist um 0,9 %. Die grösste regionale Zunahme im Hochbau verzeichnete das Tessin (+1,4 %).

Für Ihre Planung heisst das: Die houzy-Richtwerte mit Preisstand 2023 sind als Grössenordnung weiterhin brauchbar, liegen aber eher am unteren Rand. Aktuelle Offerten sind die verlässlichere Grundlage.

Für Sanitärbetriebe: Bad-Offerten sauber kalkulieren

Für Sanitärbetriebe ist die Badsanierung ein Koordinationsprojekt mit mehreren Gewerken. Die häufigsten Kalkulationsfehler: keine Reserve für den Rückbau, fehlende Asbestabklärung bei Altbauten, unterschätzte Wartezeiten zwischen den Gewerken und Extras, die mündlich vereinbart, aber nicht nachgetragen werden.

Mit Baunex erstellen Sie Bad-Offerten aus Vorlagen, rechnen mit Ihren hinterlegten Verrechnungssätzen und sehen während des Projekts, ob Stunden und Material im Budget bleiben. Ihren eigenen Stundensatz berechnen Sie mit dem Stundenlohn-Rechner. Bauherrschaften können über Offerte für eine Badsanierung direkt eine Anfrage stellen.

Fazit

  • Für eine Komplettrenovation sind CHF 2'000–4'500+ pro m² realistisch, mit CHF 3'000 als Mittelwert.
  • Kleine Bäder kosten pro m² mehr; für 4–6 m² sind CHF 25'000–30'000 ein realistischer Planungswert.
  • 10–15 % Reserve sind Pflicht, in Zentren kommen 7,5–15 % auf das Gesamtbudget dazu.
  • Vor 1990 verlegte Platten: Asbest abklären, bevor jemand zum Spitzhammer greift.
  • Wer selbst im Eigentum wohnt, sollte den Steuerabzug vor dem Systemwechsel 2029 im Blick haben.

Ihr eigenes Bad rechnen Sie am schnellsten mit dem Badrenovation-Kostenrechner durch.

Quellen (Stand: September 2026): houzy – Badsanierung Kosten (Artikel 2.10.2025, Preisstand 2023); daibau – Baukostenrechner Badsanierung (24.04.2026); daibau – Badsanierung Kosten und Ideen; neho – Bad renovieren Kosten Schweiz; Geberit – Bad renovieren; mesartisans – Pose de carrelage (2022); Suva – Asbest; Suva – Asbest erkennen; HEV Schweiz – Paritätische Lebensdauertabelle; Schweizerischer Mieterschutz – Lebensdauertabelle; Mieterverband – Lebensdauertabelle; Kanton Zürich – Merkblatt ZStB 30.3; Bundesrat – Abschaffung Eigenmietwert per 2029; BFS – Baupreisindex April 2026; Obligationenrecht (Fedlex).