Saisonal 3. Juni 2026 9 Min.

Sommerflaute im Handwerk Schweiz nutzen — Betrieb optimieren in der ruhigen Saison

Juli und August sind ruhiger — nutzen Sie diese Zeit strategisch. Schweizer Handwerksbetriebe, die die Sommerflaute aktiv gestalten statt abwarten, starten im Herbst deutlich effizienter. 7 konkrete Massnahmen für einen produktiven Sommer.

Sommerflaute im Handwerk Schweiz nutzen — Betrieb optimieren in der ruhigen Saison


Montag, 8:00 Uhr, Mitte Juli. Drei Ihrer Monteure sind in den Ferien. Zwei Baustellen laufen — ruhiger als gewohnt. Der Telefon klingelt seltener. Auf dem Schreibtisch liegen Buchhaltungsordner aus dem ersten Halbjahr, die noch nicht aufgeräumt sind. Die Software, die Sie seit März testen wollten, ist noch nicht eingerichtet.

Diese Situation kennen viele Schweizer Handwerksbetriebe. Die Frage ist: Nutzen Sie die ruhigere Zeit, oder lassen Sie sie verstreichen?

Key Takeaways

  • Die Monate Juli–August sind in vielen Handwerksbranchen 15–25% ruhiger als der Rest des Jahres
  • Die Sommerflaute ist die beste Zeit für Software-Einführungen — weniger Betriebsdruck, mehr Lernkapazität
  • Betriebe, die die Sommerpause aktiv nutzen, starten im Herbst mit 20–30% mehr Effizienz
  • Buchhalterischer Aufholbedarf: Im Schnitt haben Schweizer Handwerksbetriebe Ende Juli 8–12 offene Rechnungen aus dem Frühjahr
  • Kundenpflege im Sommer erzeugt Herbst-Aufträge: ein systematisches Nachfassen bei Bestandskunden generiert 15–25% mehr Folgeaufträge

Die Sommerflaute im Schweizer Handwerk — Fluch oder Chance?

Die Sommermonate sind nicht in allen Handwerksbranchen gleichermassen ruhig. Gärtner haben im Sommer Hochsaison. Sanitär und Heizung laufen das ganze Jahr. Maler und Gipser haben oft im Sommer ihre Hochphase (Aussenarbeiten). Aber viele Betriebe — insbesondere im Innenausbau, bei Bodenlegern, Elektriker und kleineren Allround-Betrieben — erleben im Juli–August eine leichte Delle.

Warum die Sommerpause eine Chance ist:

Ironischerweise nutzen die meisten Betriebe ruhigere Zeiten für... Urlaub. Was logisch klingt, ist strategisch suboptimal. Urlaub ist wichtig — aber er kann gestaffelt werden. Wenn die Betriebsleitung und ein Teil des Teams in einer ruhigeren Phase an der Betriebsoptimierung arbeiten, erzielen sie einen Effekt, den sie im Hochbetrieb nicht erzielen können: sie schaffen Strukturen, die das ganze Jahr wirken.

Ein Betrieb, der im Juli seine Prozesse digitalisiert, profitiert davon von August bis Dezember — das sind 5 Monate mit mehr Effizienz.

Massnahme 1: Buchhaltung und offene Rechnungen abschliessen

Warum jetzt: Ende Juli ist der ideale Zeitpunkt für die Halbjahresdurchsicht. Was wurde im ersten Halbjahr erreicht? Wo stehen die Zahlen?

Konkrete Aufgaben:

  • Alle offenen Rechnungen aus Frühjahr/Frühsommer nachfassen
  • Ausstehende Zahlungen: gemahnen, Zahlungsvereinbarungen treffen
  • Buchhaltungsbelege der letzten Monate ordnen und dem Treuhänder übergeben
  • MWST-Abrechnung Q2 vorbereiten
  • Halbjahreszahlen auswerten: Umsatz, Marge, Auslastung

Zeit-Investition: 1–2 Arbeitstage (Betriebsleitung)

Nutzen: Saubere Zahlen, keine bösen Überraschungen im Herbst, verbesserte Liquiditätsplanung. Mehr zu Rechnungen: 5 Fehler RechnungsstellungMWST Handwerker Schweiz

Massnahme 2: Software einführen oder wechseln — jetzt ist die beste Zeit

Warum jetzt: Die Einführung einer neuen Software braucht Zeit und Aufmerksamkeit. In der Hochsaison fehlt beides. Im Sommer können Sie in Ruhe testen, konfigurieren, schulen und erste Aufträge abwickeln — ohne den vollen Betriebsdruck.

Der Einführungsplan:

  • Woche 1: Testaccount einrichten, Kundendaten importieren, erste Offerten testen
  • Woche 2: Zeiterfassung und Rapporte mit allen Mitarbeitenden einführen
  • Woche 3: Erste echte Rechnungen über das neue System ausstellen
  • Woche 4: Feintuning, Vorlagen optimieren, Prozesse anpassen

Was eine gute Handwerker-Software können muss:

  • Offerten, Aufträge, Rechnungen in einem System
  • Mobile App für Monteure
  • Digitale Zeiterfassung und Rapporte
  • MWST-konforme Rechnungsstellung mit QR-Code
  • Intuitiv ohne IT-Kenntnisse

Mit Baunex starten Sie in 1 Tag — die Einrichtung ist einfach, die Einführung dauert maximal 2 Wochen. Verwandte Artikel: Digitalisierung Handwerk Schritt für SchrittHandwerker-App Schweiz

Massnahme 3: Team schulen und Prozesse dokumentieren

Warum jetzt: Schulungen im Hochbetrieb sind schwierig — der Monteur, der auf der Baustelle steht, nimmt eine 2-stündige App-Schulung schlechter auf als in einer ruhigeren Phase.

Konkrete Schulungsmassnahmen:

  • Software-Schulung: Wie nutze ich die App? Wie erfasse ich Zeit und Rapport? (2h, für alle Monteure)
  • Prozess-Besprechung: Wie läuft ein Auftrag von der Anfrage bis zur Rechnung? Was macht wer? (1h, für alle)
  • Sicherheitsunterweisung: Neue ArG-Anforderungen, Unfallverhütung (Suva-Kurs nutzen)
  • Fachliche Weiterbildung: Nutzen Sie günstigere Sommertermine bei Branchenverbänden

Prozesse dokumentieren: Schreiben Sie auf, wie ein Auftrag bei Ihnen abläuft. Nicht als Bürokratie, sondern als Handbuch für neue Mitarbeitende und Lernende. 2 Seiten reichen — aber wenn der Polier ausfällt, ist dieses Dokument Gold wert.

Massnahme 4: Marketing und Kundenpflege

Warum jetzt: Potenzielle Kunden planen im Sommer ihre Herbst-Projekte. Wer jetzt sichtbar ist, bekommt die Aufträge.

Google My Business:

  • Öffnungszeiten prüfen und aktualisieren
  • Neue Fotos von abgeschlossenen Projekten hochladen
  • Auf alle Bewertungen antworten (positive wie negative)
  • Dienstleistungen und Servicebeschreibungen überprüfen

Website:

  • Referenzprojekte aktualisieren
  • Kontaktformular testen — kommt die Anfrage an?
  • Google-Ranking prüfen: für welche Begriffe werden Sie gefunden?
  • Mobile-Optimierung: sieht die Website auf dem Smartphone gut aus?

Bestehende Kunden kontaktieren:
Schreiben Sie 10–15 Bestandskunden an — ein kurzes, persönliches «Alles in Ordnung mit der Arbeit, die wir vor 6–12 Monaten ausgeführt haben?» Dieser Kontakt kostet 2 Minuten pro Kunde und generiert zuverlässig Folgeaufträge oder Weiterempfehlungen.

Massnahme 5: Offerten-Vorlagen und Preislisten aktualisieren

Warum jetzt: Material- und Lohnkosten haben sich verändert. Wenn Sie im Herbst mit veralteten Preisen offerieren, kalkulieren Sie an der Realität vorbei.

Was zu tun ist:

  • Aktuelle Einkaufspreise bei Lieferanten anfragen oder prüfen
  • Materialpositionen in der Software aktualisieren
  • Stundensatz überprüfen: Sind gestiegene Lohn- und Sozialkosten eingerechnet? (Mehr dazu: Stundenlohn Handwerker Übersicht)
  • Offerten-Vorlagen für häufige Leistungen optimieren
  • AGB überprüfen: Zahlungsfristen, Skonto-Konditionen, Haftungsausschlüsse

Zeit-Investition: 1 Arbeitstag

Nutzen: Korrekte Kalkulation, professionelle Offerten, keine bösen Überraschungen bei der Nachkalkulation

Massnahme 6: Investitionen und Anschaffungen planen

Warum jetzt: Investitionen (Fahrzeug, Maschinen, IT) brauchen Planung und haben steuerliche Auswirkungen. Wer jetzt plant, hat Zeit für Preisvergleiche und kann Abschreibungen optimal nutzen.

Fragen zur Investitionsplanung:

  • Welche Werkzeuge und Maschinen brauchen im Herbst Ersatz?
  • Gibt es Fahrzeuge, die fällig sind?
  • Welche Software-Abonnements brauche ich tatsächlich?
  • Welche Investitionen lassen sich mit dem Gewinn 2026 steuerlich optimieren?

Förderungen nicht vergessen: Digitalisierungsförderungen von Bund und Kantonen, Energieeffizienz-Förderprogramme, kantonale KMU-Förderungen. Diese müssen vor der Investition beantragt werden — nicht nachher.

Massnahme 7: Nachkalkulation der abgeschlossenen Projekte

Warum jetzt: Die Projekte des ersten Halbjahres sind abgeschlossen — aber wurden sie rentabel abgewickelt? Die Nachkalkulation zeigt, wo Sie Geld verdienen und wo nicht.

Was Nachkalkulation zeigt:

  • Welche Auftragstypen sind am rentabelsten?
  • Wo wurde die Stundenschätzung regelmässig überschritten?
  • Bei welchen Leistungen stimmt der Verrechnungssatz nicht?
  • Welche Kunden sind attraktiv (gute Marge, schnelle Zahlung) — und welche nicht?

Mehr zur Nachkalkulation: Nachkalkulation Handwerk

Sommer-Aktionsplan: 6-Wochen-Programm

WocheAufgabenVerantwortlicher
1Buchhaltung/Rechnungen aufräumen, offene Posten nachfassenBetriebsleitung
2Software testen und einrichten, Kundendaten importierenBetriebsleitung + IT
3Team-Schulung Software und ProzesseBetriebsleitung + alle MA
4Marketing: Google My Business, Fotos, Bestandskunden kontaktierenBetriebsleitung
5Preislisten und Offerten-Vorlagen aktualisierenBetriebsleitung
6Nachkalkulation, Investitionsplanung, Lernziele für HerbstBetriebsleitung


Fazit

Die Sommerflaute ist kein Handicap — sie ist ein Geschenk. Betriebe, die diese 6–8 ruhigeren Wochen für strukturelle Verbesserungen nutzen, starten im Herbst mit mehr Effizienz, klareren Prozessen und einem besser organisierten Team. Der Herbst ist traditionally die stärkste Saison im Schweizer Handwerk — bereiten Sie sich jetzt darauf vor. Software jetzt einrichten mit Baunex

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Häufige Fragen

Ist die Sommerflaute in allen Handwerksbranchen gleich ausgeprägt?

Nein. Gärtner und Landschaftsgärtner haben im Sommer oft Hochsaison. Maler und Gipser profitieren von gutem Wetter für Aussenarbeiten. Heizungsinstallateure haben im Sommer weniger Notfallaufträge. Am stärksten betroffen sind Innenausbau-Betriebe, Bodenbelags-Verleger und Betriebe mit vielen Ferien-Abwesenheiten. Analysieren Sie Ihre eigene Saisonalität aus den Vorjahresdaten.

Wann ist der beste Zeitpunkt, eine Handwerker-Software einzuführen?

Der ideale Zeitpunkt ist eine ruhigere Phase — Sommer (Juli–August) oder Winterpause (Dezember–Januar). Vermeiden Sie Einführungen in der Hochsaison (April–Juni, September–Oktober). Die Einführung dauert 2–4 Wochen bis zur vollständigen Nutzung durch alle Mitarbeitenden.

Wie vermeide ich, dass die Sommerflaute zur Durststrecke wird?

Planen Sie die Auslastung aktiv: kontaktieren Sie Bestandskunden im Mai/Juni für Herbst-Projekte, erstellen Sie Offerten für Interessenten, die noch unentschlossen sind. Im Sommer selbst: nutzen Sie die Zeit für interne Optimierungen statt nur zu warten. Eine gezielte Google-Ads-Kampagne im Juli kann auch direkte Aufträge generieren.

Welche Schulungen sind im Sommer für Handwerker empfehlenswert?

Suva bietet kostenlose oder günstige Arbeitssicherheitskurse. Branchenverbände (Suissetec, EIT.swiss, GartenSchweiz etc.) haben Sommerkurse zu Energiewende-Technologien. Berufsbildner-Kurs (5 Tage) wenn Sie Lernende ausbilden möchten. Software-Schulungen direkt beim Anbieter — viele bieten kostenlose Onboarding-Sessions.

Lohnt sich eine Marketingkampagne im Sommer für Handwerksbetriebe?

Ja, für bestimmte Branchen. Google-Werbung für «Maler Zürich» oder «Elektriker Bern» ist im Sommer oft günstiger (weniger Konkurrenz bietet) und erreicht Kunden, die Herbst-Projekte planen. Gleichzeitig ist Kundenpflege (Bestandskunden anschreiben) im Sommer besonders effektiv — Kunden haben mehr Zeit und denken an anstehende Renovierungen.

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