Praxis-Tipps 18. Mai 2026 7 Min.

Elektriker Notdienst organisieren — Pikett-Leitfaden für Elektrobetriebe 2026

Wie organisieren Elektrobetriebe einen profitablen Notdienst? Pikett-Rotation, Zuschläge, Kalkulation und digitale Rapportierung.

Elektriker Notdienst organisieren — Pikett-Leitfaden für Elektrobetriebe 2026


Key Takeaways

  • Ein professionell organisierter Notdienst stärkt die Kundenbindung und erzielt überdurchschnittliche Margen (Zuschläge 50–100 %).
  • Pikett-Rotation auf mindestens 2 Personen verteilen — Einzelperson-Dauerpikett führt zu Überlastung und hoher Fluktuation.
  • Pikett-Fahrzeug mit Standardmaterial ausrüsten: 80 % der Notfälle lassen sich mit einem gut vorbereiteten Fahrzeug sofort lösen.
  • Tarifdisziplin ist entscheidend: Minimaleinsatz von 1 Stunde konsequent verrechnen.
  • Digitale Rapportierung im Notdienst ist kein Luxus — sie sichert die korrekte Abrechnung auch um 3 Uhr morgens.

Warum Notdienst für Elektrobetriebe wichtig ist

Ein Stromausfall, ein defekter RCD oder eine gefährliche Installation — elektrische Notfälle entstehen immer zur Unzeit. Für Elektrobetriebe bietet der Notdienst zwei strategische Vorteile:

Kundenbindung: Kunden, die im Notfall zuverlässig geholfen bekommen, bleiben langfristig treu. Ein Notdienst-Einsatz schafft mehr Vertrauen als zehn normale Aufträge.

Marge: Notdienst-Einsätze werden mit deutlichen Zuschlägen verrechnet. Ein Einsatz von 2 Stunden am Sonntag kann gleich viel einbringen wie ein halber normaler Arbeitstag.

Differenzierungsmerkmal: Viele kleine Elektrobetriebe bieten keinen organisierten Notdienst an. Wer es tut, hebt sich klar ab und kann höhere Stammkundenpreise rechtfertigen.

Pikett-Rotation organisieren

Mindestbesatzung

Für einen ernsthaft betriebenen Notdienst braucht es mindestens:

  • 2 Elektriker im rotierenden Pikett (einer aktiv, einer als Rückfallposition)
  • Beide müssen über NIV-Konzession verfügen (Notfalleinsätze umfassen oft meldepflichtige Arbeiten)
  • Erreichbarkeit innerhalb 30 Minuten sicherstellen (je nach Kundschaft: 60 Minuten)

Rotationsmodell

ModellBeschreibungEignung
1 Woche rotierendMonteur ist 7 Tage ununterbrochen pikettzuständigAb 3+ Monteuren
3-Tage-RotationMontag-Mittwoch / Donnerstag-Samstag / Sonntag separatAb 4 Monteuren
Wochenend-SpezialistEiner übernimmt alle Wochenenden gegen AusgleichKleine Betriebe (2 Monteure)


Wichtig: Pikettdienst ist im GAV Elektroinstallationsgewerbe geregelt. Bereitschaftszeit ausserhalb der Arbeitszeit muss entschädigt werden (Pikettentschädigung).

Ausgleich und Motivation

Monteure, die regelmässig Pikett leisten, brauchen klare Gegenleistungen:

  • Pikettentschädigung (CHF 100–250 pro Nacht / Wochenende)
  • Zeitausgleich für geleistete Einsätze
  • Vorhersehbare Rotation (Planbarkeit ist für Monteure wichtiger als die absolute Belastung)

Pikett-Fahrzeug ausrüsten

Ein gut ausgerüstetes Pikett-Fahrzeug ermöglicht sofortige Problemlösung — das ist der Unterschied zwischen einem Einsatz und einem Einsatz plus Folgebesuch.

Empfohlene Standardausrüstung:

KategorieMaterial
SicherungenNH-Sicherungen 63–160A, LS-Schalter 10/16/20/25A verschiedene Charakteristiken
FehlerschutzFI-Schutzschalter 25A/30mA und 40A/30mA (2- und 4-polig)
LeitungsmaterialNYM 3×1.5 / 3×2.5 / 5×2.5 / 5×4 mm² je 10–20m
Steckdosen/SchalterSortiment Standard, UP und AP
VerbindungsmaterialKlemmen, Verteilerdosen, Isolierband, Schrumpfschlauch
MessequipmentMultimeter, Schleifenimpedanzmessgerät, RCD-Tester, Spannungsprüfer
WerkzeugKomplettes Elektriker-Werkzeug, Bohrmaschine, Stemmhammer
LichtStarke Handlampe, Stirnlampe (Arbeit in dunklen Verteilern)
DokumentationTablet oder Smartphone mit Rapport-App, Notfallformulare


Fahrzeugwert bei Vollausstattung: CHF 3'000–6'000 Material. Jährliche Ergänzung budgetieren: CHF 500–1'000.

Tarife und Zuschläge

Klare Tarife sind die Grundlage für ein rentables Notdienstgeschäft. Kommunizieren Sie diese proaktiv — Kunden akzeptieren Zuschläge besser, wenn sie diese vorab kennen.

EinsatzzeitZuschlagBasisBemerkung
Werktag 07:00–18:000 %NormaltarifReguläre Arbeitszeit
Werktag 18:00–22:00+25 %GAV-RichtwertAbendstunden
Nacht 22:00–06:00+75 %GAV ElektroInklusive Pikettentschädigung
Samstag 07:00–17:00+25 %Betriebsüblich
Samstag 17:00–24:00+50 %Betriebsüblich
Sonntag ganztags+100 %GAV/OR
Feiertag ganztags+100 %Kantonales Recht
Mindestverrechnung1 StundeAlle NotdiensteinsätzeInkl. Anfahrt
Pikettentschädigung (Nacht)CHF 100–200 pauschalBetrieb internNur bei Einsatz verrechnet


Fahrtkosten: CHF 1.00–1.50/km oder Fahrtzeit zum Normalstundensatz. Klar kommunizieren.

Wie man Kunden über den Notdienst informiert

Ein Notdienst bringt nur etwas, wenn die Kunden ihn kennen. Informationskanäle:

Website: Separate Notdienst-Seite mit Telefonnummer (24/7), klaren Tarifen und Reaktionszeit. Diese Seite wird bei Notfällen zuerst gefunden.

Rechnung-Footer: «Elektro-Notdienst 24/7: +41 XX XXX XX XX» — jeder Rechnungsempfänger sieht es.

Aufkleber / Sticker: Kleines Notdienst-Label auf dem Sicherungskasten nach jeder Installation anbringen. Wenn der Notruf kommt, hängt dort Ihre Nummer.

Visitenkarte mit Magnet: Auf dem Kühlschrank oder Verteiler befestigt — da, wo es in der Not gesucht wird.

Kundenmitteilung: Beim Projektabschluss kurz erwähnen: «Sie erreichen uns auch ausserhalb der Bürozeiten.»

Digitale Rapportierung im Notdienst

Um 3 Uhr morgens funktioniert Papier nicht zuverlässig. Digitale Rapportierung ist im Notdienst besonders wichtig:

Was schief geht ohne digitale Lösung:

  • Handschriftlicher Rapport geht verloren (Jacke, Auto, Küche)
  • Unlesbare Schrift bei Müdigkeit
  • Arbeitszeit und Material werden nicht vollständig erfasst
  • Abrechnung am nächsten Tag aus dem Gedächtnis — Unterverrechnung fast garantiert

Was digitale Rapportierung bringt:

  • Einsatz und Material sofort erfassen (Smartphone-App)
  • Fotos dokumentieren Ist-Zustand und erledigte Arbeit
  • Zeitstempel automatisch — keine Diskussionen über Start/Ende
  • Rapport am nächsten Morgen bereits im System — Abrechnung auf Knopfdruck

Rentabilität: Beispielrechnung

Annahme: 2 Notdienst-Einsätze pro Woche im Durchschnitt

KennzahlWert
Einsätze pro Jahr104
Ø Einsatzdauer (inkl. Fahrt)2.5 Stunden
Ø Stundensatz Notdienst (mit Zuschlag)CHF 185
Materialeinsatz pro EinsatzCHF 80
Ø Umsatz pro EinsatzCHF 462 + CHF 80 = CHF 542
Jahresumsatz Notdienstca. CHF 56'000
Interne Kosten (Löhne, Fahrzeug, Pikettentschädigung)ca. CHF 28'000
Deckungsbeitrag Notdienstca. CHF 28'000/Jahr


Das entspricht dem Beitrag eines halben Mitarbeiters — bei vergleichsweise geringem Akquisitionsaufwand, denn Notdienst-Kunden rufen von sich aus an.

GAV Elektroinstallationsgewerbe — Was Notdienst-Betriebe wissen müssen

Der GAV Elektroinstallationsgewerbe regelt nicht nur Löhne und Arbeitszeiten im Normalbetrieb — er enthält auch spezifische Bestimmungen für Pikettdienst und Nachtarbeit, die für jeden Betrieb mit Notdienst-Angebot zwingend bekannt sein müssen. Wer hier unvollständig kalkuliert oder fehlerhafte Lohnabrechnungen erstellt, riskiert Nachzahlungen bei Betriebsprüfungen durch die Paritätische Kommission.

Pikettdienst-Entschädigung

Arbeitnehmer, die sich ausserhalb der regulären Arbeitszeit in Pikettbereitschaft befinden, haben Anspruch auf eine Pikettentschädigung gemäss GAV Elektroinstallationsgewerbe. Diese Entschädigung gilt auch dann, wenn kein Einsatz stattfindet — die Bereitschaft selbst ist zu entschädigen. Wie hoch die Pauschale konkret ist, richtet sich nach der jeweiligen GAV-Version und allfälligen kantonalen Zusatzvereinbarungen. Massgebend ist in jedem Fall der aktuelle GAV Elektroinstallationsgewerbe in seiner geltenden Fassung.

Nachtarbeit: Zuschläge von 50–75 %

Arbeitszeit zwischen 22:00 und 06:00 Uhr gilt als Nachtarbeit. Je nach anwendbarer GAV-Version sind Zuschläge von 50–75 % auf den Grundlohn geschuldet. Für den Notdienst bedeutet das: Ein Elektriker, der um 02:00 Uhr ausrückt und zwei Stunden auf einem Einsatz verbringt, hat Anspruch auf den entsprechenden Nacht-Zuschlag für die gesamte Einsatzzeit.

Sonn- und Feiertagseinsätze: 100 % Zuschlag

Einsätze an Sonntagen und gesetzlichen Feiertagen sind mit einem Zuschlag von 100 % zu vergüten. Das ist sowohl im OR (Art. 321c analog) als auch in der Spezialregelung des GAV Elektroinstallationsgewerbe verankert. Dieser Zuschlag gilt unabhängig davon, ob der Einsatz tagsüber oder nachts stattfindet — bei einem Sonntagsnacht-Einsatz addieren sich die Zuschläge entsprechend.

Ruhezeit nach Nacht-Notdienst: 11 Stunden

Nach einem Notdienst-Einsatz in der Nacht hat der Elektriker gemäss ArG Art. 15a Anspruch auf eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens 11 Stunden vor dem nächsten regulären Arbeitsbeginn. Wer seinen Mitarbeitenden nach einem 03:00-Uhr-Einsatz um 07:30 Uhr wieder auf der Baustelle erwartet, verletzt diese Schutzbestimmung.

Wichtige Praxishinweise für Betriebsleiter

Pikettentschädigungen und Zuschläge müssen in der Lohnabrechnung separat und nachvollziehbar ausgewiesen sein — ein pauschaler Aufschlag ist nicht ausreichend. Fehlerhafte oder fehlende Pikettentschädigungen führen erfahrungsgemäss zu Nachzahlungsrisiken bei Prüfungen durch die Paritätische Kommission. Die Empfehlung: Notdienst-Regelungen schriftlich mit den Mitarbeitenden vereinbaren, am besten als Ergänzung zum Arbeitsvertrag mit klarer Definition von Pikettbereitschaft, Einsatzbedingungen und Entschädigungsmodell.

Baunex unterstützt die automatische Berechnung von Zuschlägen: Einsätze ausserhalb der Normalarbeitszeit werden mit dem richtigen Faktor verrechnet und in der Abrechnung separat ausgewiesen — so bleibt die Lohnabrechnung korrekt, auch wenn um 03:00 Uhr kein Buchhalter erreichbar ist.

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Häufigste Notfall-Szenarien und wie man sie vorbereitet

Nicht jeder Notdienst-Einsatz ist gleich komplex. Wer die häufigsten Szenarien kennt und das Pikett-Fahrzeug entsprechend ausrüstet, kann den Grossteil aller Einsätze ohne Nachfahren zum Lager lösen — das spart Zeit, Kosten und verhindert verärgerte Kunden.

SzenarioHäufigkeitØ EinsatzVorbereitung im Pikett-Fahrzeug
FI-Schalter löst aus (bleibt aus)Sehr häufig45–90 MinFI-Schalter 25A/30mA + 40A/30mA im Fahrzeug
Sicherung löst aus (LS)Sehr häufig30–60 MinLS-Sortiment C/B Charakteristik, 10–63A
Totalausfall (Hausanschluss)Häufig1–2hMessgeräte, EVU-Notfallnummer Liste
Überhitzter Verteiler/Brand-RauchMittel2–4hWärmebildkamera empfohlen, NIV-Checkliste
Defekte Aussenbeleuchtung (Sicherheitsrisiko)Mittel1–2hStandard-Leuchtmittel, IP65-Sicherungen
Gefährliche Installation (offene Leitungen)Selten aber kritisch1–3hProvisorischer Trennschalter, Absperrband


Für die drei häufigsten Szenarien — ausgelöster FI-Schalter, ausgelöste Leitungsschutzschalter und Totalausfall — lassen sich mit einem gut sortierten Fahrzeug rund 80 % aller Einsätze direkt und ohne Rückfahrt ins Lager lösen. Das senkt die effektive Einsatzdauer und erhöht die Kundenzufriedenheit erheblich.

Sonderfall: Überhitzter Verteiler

Dieser Einsatz ist selten, hat aber das grösste Schadenspotenzial. Eine Wärmebildkamera kostet CHF 600–1'500, amortisiert sich aber bereits nach wenigen Einsätzen — und liefert ausserdem dokumentierbare Bilder, die im Schadensfall oder bei der Versicherungsabwicklung entscheidend sein können.

Notfall-Szenario-Karten im Fahrzeug

Eine einfache, laminierte Checkliste pro Szenario im Fahrzeug — auch für die häufigsten vier oder fünf Fälle — hilft dem Pikett-Elektriker, nichts zu vergessen, selbst wenn er um 04:00 Uhr wenig ausgeschlafen ist. Die Karte enthält: Checkliste für die Diagnose, benötigtes Standardmaterial, wichtige Ansprechpersonen (EVU-Notfallnummern je Kanton, z. B. EWZ Zürich, BKW Bern, CKW Zentralschweiz) und Hinweise zur Dokumentation. Einmal erstellt, kostet diese Vorbereitung nichts und spart im Einsatz wertvolle Minuten.

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FAQ: Elektriker Notdienst

Wie hoch darf ein Elektriker-Notdienst-Zuschlag sein?

Es gibt keine gesetzliche Obergrenze für Notdienst-Zuschläge. Massgebend sind OR Art. 21 (Wucher) und die allgemeine Marktüblichkeit. In der Schweiz sind folgende Zuschläge üblich und weitgehend akzeptiert: +25 % abends (ca. 20:00–22:00 Uhr), +50–100 % nachts und am Wochenende. Zuschläge über 150 % sind unüblich und können je nach Kanton als unverhältnismässig eingestuft werden — insbesondere wenn keine spezifische Notlage vorlag. Der entscheidende Punkt ist nicht die Höhe des Zuschlags, sondern die Transparenz: Wer dem Kunden vor dem Einsatz klar kommuniziert, welche Tarife gelten, erzeugt keine Reklamationen — auch nicht bei einem Nachtzuschlag von 80 %. Wer hingegen einen hohen Zuschlag erst auf der Rechnung kommuniziert, riskiert Kundenkonflikte, negative Bewertungen und im Extremfall einen Fall für das kantonale Friedensrichteramt.

Muss ein Elektriker-Notdienst 24/7 erreichbar sein?

Für private Elektroinstallationsbetriebe besteht keine gesetzliche Pflicht, einen 24/7-Notdienst anzubieten. Es handelt sich um einen freiwilligen Mehrwertservice, den der Betrieb eigenständig definieren und kommunizieren kann. Anders verhält es sich bei Elektrizitätsversorgungsunternehmen (EVU): Diese haben nach ElG und den kantonalen Energiegesetzen eine Versorgungspflicht, die auch die 24/7-Erreichbarkeit für Netzereignisse einschliesst. Für private Betriebe ist der Notdienst primär ein Differenzierungs- und Kundenbindungsinstrument. Wer in einer Region als zuverlässiger Notdienst-Anbieter bekannt ist, profitiert von Weiterempfehlungen, einer höheren Auftragsdichte und einem Preispremium, das Kunden bereit sind zu zahlen — weil sie wissen, dass jemand kommt.

Kann ich Notdienst-Einsätze direkt auf dem Smartphone rapportieren?

Ja. Moderne Handwerker-Apps wie Baunex ermöglichen die vollständige Erfassung von Einsatz, Material und Fotos direkt auf dem Smartphone — auch ohne Internetverbindung. Der Rapport wird beim nächsten Internetzugang automatisch synchronisiert. Der Unterschied zur Papier-Rapportierung ist erheblich: Keine unleserlichen Handnotizen, kein verlorenes Formular, kein Datenverlust. Der Zeitstempel ist automatisch gesetzt, Fotos sind direkt dem Auftrag zugeordnet, und die Rechnung kann am nächsten Morgen ohne Rückfragen gestellt werden. Für Betriebe mit mehreren Pikett-Mitarbeitenden bedeutet das auch: Die Betriebsleitung sieht den Einsatz in Echtzeit und kann bei Bedarf koordinieren oder Material nachliefern lassen.

Wie kalkuliere ich den Break-Even für einen Notdienst?

Die Grundformel ist einfach: Fixkosten pro Monat dividiert durch den Deckungsbeitrag pro Einsatz ergibt die Anzahl nötiger Einsätze zum Break-Even. Zu den Fixkosten zählen die Pikettentschädigungen aller bereitstehenden Mitarbeitenden, der anteilige Fahrzeugunterhalt und -amortisation sowie der Verwaltungsaufwand (Kommunikation, Telefonbereitschaft, Disposition). Beispielrechnung: CHF 1'200 Fixkosten pro Monat bei einem Deckungsbeitrag von CHF 250 pro Einsatz — Break-Even liegt bei 5 Einsätzen pro Monat. Mit 8–10 Einsätzen pro Monat wirtschaftet ein Notdienst für die meisten mittelgrossen Elektrobetriebe profitabel. Wichtig: Der Deckungsbeitrag pro Einsatz steigt deutlich, wenn Mängel direkt behoben und Materialien verrechnet werden. Ein Einsatz, bei dem ein FI-Schalter ersetzt wird, bringt CHF 100–180 Materialmarge zusätzlich — das verbessert den Break-Even erheblich.

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Weiterführende Artikel: Kontrollbericht Elektrik — Pflicht und InhaltPV-Anlage Elektriker KostenE-Ladestation Installation

Für digitale Rapportierung und Abrechnung im Notdienst: Baunex für Elektrobetriebe.

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Jahresplan Pikett-Rotation — Faire Verteilung im Betrieb

Eine Pikett-Rotation, die auf Papier fair klingt, aber in der Praxis immer dieselben Monteure belastet, führt zu Frustration und Fluktuation. Hier ein bewährtes Modell für Betriebe mit 3–6 Monteuren:

MonteurJanFebMarAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Monteur APikettPikettPikettPikett
Monteur BPikettPikettPikettPikett
Monteur CPikettPikettPikettPikett


Rotationsmodelle im Vergleich:

  • Wöchentlich rotierend (ab 3 Monteuren): Monteur ist 7 Tage ununterbrochen pikettzuständig. Vorteil: klare Zuständigkeit. Nachteil: intensive Wochen.
  • 3-Tage-Rotation (ab 4 Monteuren): Mo–Mi / Do–Sa / So separat. Ausgewogener, aber mehr Übergaben nötig.
  • Wochenend-Spezialist (2 Monteure): Einer übernimmt alle Wochenenden gegen finanziellen Ausgleich oder Ferien-Kompensation.

Digitale Pikett-Liste statt WhatsApp-Gruppe: Eine WhatsApp-Gruppe als Pikett-Kommunikation ist informell und rechtlich problematisch — Zustellnachweise fehlen, Einsätze sind nicht dokumentiert. Nutzen Sie eine strukturierte Lösung mit automatischer Einsatzdokumentation und Zeiterfassung. Das schützt Ihre Monteure und Ihren Betrieb bei Streitigkeiten über Pikettzeiten.

Weiterführende Artikel: Kontrollbericht Elektrik — Pflicht und InhaltPV-Anlage Elektriker KostenE-Ladestation Installation

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Häufige Fragen

Wie hoch sind die Zuschläge im Elektriker-Notdienst?

Gemäss GAV Elektroinstallationsgewerbe: +25 % abends (18–22 Uhr), +75 % nachts (22–06 Uhr), +25 % Samstag (07–17 Uhr), +50 % Samstag ab 17 Uhr, +100 % Sonntag und Feiertage. Dazu kommt eine Pikettentschädigung von CHF 100–200 für die Bereitschaftszeit.

Was muss ein Pikett-Elektriker-Fahrzeug enthalten?

Mindestausstattung: NH-Sicherungen (63–160A), LS-Schalter verschiedene Charakteristiken, FI-Schutzschalter (25A und 40A, 30mA), Leitungsmaterial NYM 3×1.5 bis 5×4 mm², Steckdosen/Schalter-Sortiment, Klemmen und Verbindungsmaterial, Multimeter, Schleifenimpedanzmessgerät und RCD-Tester.

Wer darf Elektriker-Notdienst in der Schweiz anbieten?

Nur Elektrobetriebe mit gültiger NIV-Konzession dürfen Notdienst-Einsätze ausführen, die konzessionspflichtige Arbeiten beinhalten. Die Techniker müssen mindestens eine abgeschlossene EFZ-Ausbildung als Elektroinstallateur und die NIV-Konzession des Betriebs abdecken.

Muss Pikettdienst nach GAV entschädigt werden?

Ja — der GAV Elektroinstallationsgewerbe regelt, dass Bereitschaftszeit ausserhalb der regulären Arbeitszeit mit einer Pikettentschädigung vergütet werden muss. Üblich sind CHF 100–250 pro Nacht oder Wochenende. Bei tatsächlichem Einsatz kommen die Zuschläge auf den Stundenlohn hinzu.

Wie kommuniziere ich Notdienst-Tarife ohne Kundenbeschwerden?

Kommunizieren Sie Anfahrtspauschale und Stundensatz beim Ersttelefonat proaktiv: "Die Anfahrt kostet CHF X, der Stundensatz nachts beträgt CHF Y." Klare Preiskommunikation vor dem Einsatz verhindert 90 % aller Beschwerden. Eine Notdienst-Seite auf der Website mit vollständiger Tarifliste schafft zusätzliches Vertrauen.

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