E-Ladestation Installation Kosten Schweiz 2026 — CHF 800–4'500
Was kostet die Installation einer Wallbox oder Ladestation in der Schweiz? Preise, Elektrikeraufwand und was Elektrobetriebe beachten müssen.

Key Takeaways
- Die Installation einer Wallbox kostet in der Schweiz 2026 je nach Situation CHF 800–4'500 (Gerät + Elektrikerarbeit).
- Einfamilienhaus mit kurzem Kabelweg: CHF 800–2'500 inkl. Wallbox.
- Mehrfamilienhaus mit Infrastruktur-Vorrüstung: CHF 1'500–8'000 pro Parkplatz.
- Ab 3.7 kW Ladeleistung besteht Anmeldepflicht beim Netzbetreiber.
- Load-Management-Systeme für MFH sind bei über 4 Ladepunkten empfohlen und teils vorgeschrieben.
- Für Elektrobetriebe ist E-Mobilität ein starkes Wachstumsfeld mit guten Margen.
E-Mobilität als Wachstumsfeld für Elektrobetriebe
Der Schweizer E-Auto-Markt wächst rasant: 2025 waren bereits über 28 % aller Neuzulassungen rein elektrisch. Bis 2030 soll der Anteil auf über 50 % steigen. Das schafft eine anhaltend hohe Nachfrage nach Wallbox-Installationen — eine grosse Chance für Elektrobetriebe, die dieses Segment aktiv bearbeiten.
Marktpotenzial: Schweizweit gibt es ca. 4 Millionen private Parkplätze, von denen heute erst ein Bruchteil mit Ladeinfrastruktur ausgestattet ist. Das Nachrüstpotenzial ist enorm.
Ladestation-Typen: Überblick
| Typ | Ladeleistung | Ladezeit (Ø E-Auto) | Anmeldepflicht |
|---|---|---|---|
| Schuko-Steckdose (Notlösung) | 2.3 kW | 24–40 h | Nein |
| Wallbox 3.7 kW | 3.7 kW | 12–18 h | Ab 3.7 kW: Ja |
| Wallbox 7.4 kW (Standard EFH) | 7.4 kW | 6–10 h | Ja |
| Wallbox 11 kW (Standard, 3-phasig) | 11 kW | 3–6 h | Ja |
| Wallbox 22 kW (Profi) | 22 kW | 2–3 h | Ja |
| Schnelllader DC (50 kW+) | 50–350 kW | 20–60 Min. | Ja, aufwändig |
Empfehlung für Einfamilienhaus: 11 kW Wallbox (3-phasig) — optimales Verhältnis aus Ladezeit und Installationsaufwand.
Kostenübersicht: Gerät und Installation
| Typ und Situation | Gerätkosten | Installationskosten | Gesamt |
|---|---|---|---|
| Wallbox 7.4 kW, EFH, kurzer Kabelweg | CHF 300–600 | CHF 500–900 | CHF 800–1'500 |
| Wallbox 11 kW, EFH, normaler Kabelweg | CHF 400–900 | CHF 700–1'400 | CHF 1'100–2'300 |
| Wallbox 22 kW, EFH, mit Sicherungskasten-Erweiterung | CHF 600–1'200 | CHF 1'200–2'300 | CHF 1'800–3'500 |
| Wallbox 11 kW, MFH, pro Parkplatz (Infrastruktur vorhanden) | CHF 400–900 | CHF 600–1'200 | CHF 1'000–2'100 |
| Wallbox 11 kW, MFH, pro Parkplatz (Infrastruktur neu) | CHF 400–900 | CHF 1'100–3'200 | CHF 1'500–4'100 |
Hinweis: Preise exkl. MwSt. (8.1 %). Installationskosten variieren stark je nach Kabelweg, Zustand des Zählerplatzes und kantonalen Anforderungen.
Was kostet der Elektrikeraufwand?
Der Zeitaufwand für eine Wallbox-Installation hängt vor allem vom Kabelweg ab:
Einfamilienhaus — einfache Situation:
- Sicherungskasten Keller → Garage, kurzer Kabelweg (bis 10 m): 3–5 h
- Kosten: CHF 350–650 (Arbeit) + Material
Einfamilienhaus — aufwändiger Kabelweg:
- Kabelweg 15–30 m, Wand durchbohren, Leerrohre legen: 5–8 h
- Kosten: CHF 600–1'100 (Arbeit) + Material
Mehrfamilienhaus — pro Parkplatz:
- Mit vorbereiteter Infrastruktur (Leerrohre, Unterverteiler): 4–7 h
- Ohne Infrastruktur (alles neu): 8–16 h
- Kosten Arbeit: CHF 500–2'200
Leerrohre und Vorrüstung: Tipps für Neubauten
Bei Neubauten ist Vorrüstung mit Abstand die günstigste Lösung:
Was im Neubau vorbereiten:
- Leerrohre vom Zählerplatz zu allen Tiefgaragenstellplätzen (ca. CHF 15–25/m)
- Unterverteiler in der Tiefgarage (dimensioniert für spätere Ausbaustufen)
- Kabeltrassen für spätere Installationen
Kostenvergleich:
- Vorrüstung im Neubau: CHF 200–600 pro Stellplatz
- Nachrüstung ohne Vorrüstung: CHF 800–3'500 pro Stellplatz
Tipp: Elektriker sollten Bauherren aktiv auf die Vorrüstung ansprechen — es schafft spätere Folgeaufträge und vermeidet teure Stemm- und Reparaturarbeiten.
Anmeldepflicht beim Netzbetreiber
Ab einer Ladeleistung von 3.7 kW (Wallbox oder nicht) besteht in der Schweiz Anmeldepflicht beim Netzbetreiber. Was das bedeutet:
- Anmeldungsformular beim EVU einreichen (vor oder nach Installation je nach Kanton)
- Netzbetreiber prüft die Netzkapazität (bei 22 kW oder MFH-Infrastruktur kritisch)
- Zähleranpassung: In manchen Fällen wird ein neues Zählermodul benötigt
- Administrativer Aufwand: 1–3 Stunden — als separate Position kalkulieren
Achtung bei 22 kW: Nicht alle Netze sind für gleichzeitige 22-kW-Ladevorgänge ausgelegt. Vorab beim EVU abklären — sonst droht Ablehnung oder Reduktion auf 11 kW.
Load-Management-Systeme für Mehrfamilienhäuser
Wenn mehrere Ladepunkte gleichzeitig betrieben werden, ist ein Load-Management-System (LMS) empfohlen und ab einer bestimmten Anzahl vorgeschrieben.
Funktionsprinzip: Das LMS verteilt die verfügbare Netzleistung dynamisch auf die aktiven Ladepunkte — so können mehr Fahrzeuge geladen werden, ohne die Absicherung zu überlasten.
| Anzahl Ladepunkte | LMS-Empfehlung | Zusatzkosten LMS |
|---|---|---|
| 1–3 Ladepunkte | Optional | CHF 500–1'200 |
| 4–10 Ladepunkte | Empfohlen | CHF 1'500–4'000 |
| 10+ Ladepunkte | Oft vorgeschrieben | CHF 3'000–10'000+ |
Bekannte LMS-Anbieter in der Schweiz: Mennekes, ABB, Schneider Electric, Juice Technology (Swiss).
Kalkulations-Tipps für Elektrobetriebe
Sicherungskasten-Kapazität immer zuerst prüfen
Viele ältere Häuser haben Sicherungskästen, die keine zusätzliche 11-kW-Last verkraften. Prüfung kostet 30–60 Minuten — macht aber den Unterschied zwischen einem reibungslosen Auftrag und einem teuren Nachtrag.
Zählerplatz und Hausanschlussleitung
Bei Altbauten kann der Hausanschluss zu schwach sein (z.B. 25A statt 63A). Eine Verstärkung kostet CHF 1'500–4'000 und liegt in der Verantwortung des EVU — klären Sie dies vorab.
Dokumentation und NIV-Kontrollbericht
Jede Wallbox-Installation ist eine elektrische Änderung und erfordert einen Kontrollbericht. Zeit und Kosten einplanen.
Nachtragsrisiko kommunizieren
Erst bei geöffneten Wänden/Böden sieht man den tatsächlichen Aufwand. Kommunizieren Sie das Nachtragsrisiko transparent in der Offerte.
Mehrfamilienhaus-Projekte: Kalkulation und Projektmanagement
Während eine Wallbox-Installation im Einfamilienhaus oft ein Tagesauftrag ist, sind MFH-Projekte komplexer — aber auch deutlich profitabler. Wer den Ablauf professionell strukturiert, hebt sich von Mitbewerbern ab und sichert sich Folgeaufträge für den Ausbau.
Projektphasen bei MFH-Ladeprojekten
Ein MFH-Ladeinfrastrukturprojekt folgt idealerweise einem klaren Ablauf:
- Erstbegehung mit Hausverwaltung oder Stockwerkeigentümerschaft: Ist-Zustand der Elektroinfrastruktur erfassen — Zählerschrank, Leitungsreserven, Zugang Tiefgarage, Parkplatzsituation
- Messkonzept mit EVU abklären: verfügbare Netzkapazität prüfen, Zählerkonzept (Sammelzähler vs. Einzelzähler pro Ladepunkt) definieren
- Ausbaustufen definieren: z.B. Etappe 1 mit 4–6 Ladepunkten, mit vorbereiteter Infrastruktur (Leerrohre, Unterverteiler-Reserve) für Etappe 2 bis zu 20 Ladepunkten
- LMS-Dimensionierung und -Auswahl: Lastmanagement-System passend zur Netzanschlussleistung und Ausbauplanung wählen
- Offerte mit Gesamtprojektpreis und modularer Ausbauoption: Hausverwalter und Stockwerkeigentümer schätzen Transparenz über Folgekosten
- Koordination EVU-Anmeldung, Leerrohre, Unterverteiler: Zeitplan mit allen Beteiligten abstimmen
- Installation, Inbetriebnahme, Übergabeprotokoll: mit LMS-Einweisung für Verwalter oder Hauswart
Kostenbeispiel: 10-Parteien-MFH, Etappe 1 (6 Ladepunkte)
| Position | Kosten |
|---|---|
| Unterverteiler Tiefgarage | CHF 1'800–2'800 |
| Leerrohre 6 Parkplätze | CHF 1'200–2'400 |
| 6x Wallbox 11 kW + Installation | CHF 6'000–12'600 |
| LMS 6-Punkt | CHF 1'500–2'500 |
| EVU-Anmeldung + Zähler | CHF 600–900 |
| NIV-Kontrollbericht | CHF 350–500 |
| Total Etappe 1 | CHF 11'450–21'700 |
Warum MFH-Projekte höhere Margen bringen
Bei MFH-Projekten werden Setup- und Koordinationskosten über mehrere Einheiten verteilt. Das senkt die Installationskosten pro Ladepunkt erheblich: Während bei einem EFH typischerweise CHF 3'000–3'500 allein für Vorrüstung und Erschliessung anfallen, sinken diese Kosten im MFH-Massstab auf CHF 1'000–1'500 pro Einheit.
Der Schlüssel liegt im Framing gegenüber dem Kunden: Positionieren Sie die Infrastrukturkosten als Vorinvestition, nicht als Aufwand. Wer heute Leerrohre für 20 Ladepunkte legt, aber erst 6 installiert, zahlt in Etappe 2 nur noch die Wallboxen — die teure Tiefbauarbeit entfällt. Dieses Argument überzeugt sowohl Hausverwaltungen als auch Stockwerkeigentümergemeinschaften.
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Kantonale Förderungen und Steuerliche Aspekte
Die Schweiz fördert Ladeinfrastruktur auf kantonaler Ebene — aber uneinheitlich. Für Elektrobetriebe ist es wichtig zu wissen, welche Förderungen existieren, ohne selbst zur Beratungsstelle zu werden. Die richtige Empfehlung zum richtigen Zeitpunkt stärkt das Vertrauen des Kunden und verhindert, dass ein Auftrag wegen unbekannter Fördermöglichkeiten auf Eis gelegt wird.
Kantonale Förderübersicht 2026 (Auswahl)
| Kanton | Förderung Wallbox privat | Förderung Ladeinfrastruktur MFH | Anmerkung |
|---|---|---|---|
| Zürich | Keine direkte Förderung | Via ProKilowatt (Effizienz-Programm) | In Kombination mit PV oft förderbar |
| Bern | Kantonaler Energiefonds CHF 300–800/Ladepunkt | Bis CHF 3'000 für LMS | Kombination mit PV obligatorisch |
| Basel-Stadt | Bis CHF 500/Wallbox (privat) | MFH-Sonderprogramm verfügbar | Am grosszügigsten |
| Genf | CHF 800–1'500 Energiefonds | Ja | Nur für Energie-Effizienz-Nachweis |
| Waadt | Prüfung Programm Bâtiments | Ja (laufend) | Mit Solaranlage kombinierbar |
| Luzern | Keine aktuelle Förderung | Nein | Steuerlich absetzbar |
Die Angaben sind Richtwerte — Förderprogramme werden jährlich angepasst und sind teils kontingentiert. Kunden sollten den Förderbeitrags-Check immer vor Auftragserteilung durchführen, nicht danach.
Steuerliche Absetzbarkeit
Für Privatpersonen mit selbstgenutztem Wohneigentum können Wallbox-Installationskosten als Unterhaltskosten steuerlich geltend gemacht werden — sowohl bei der direkten Bundessteuer als auch, je nach Kanton, bei der Kantonssteuer. Voraussetzung ist, dass die Anlage dem Werterhalt des Gebäudes dient, was bei einer fest installierten Ladeinfrastruktur in der Regel bejaht wird.
Für Unternehmer, die ihr Elektrofahrzeug geschäftlich nutzen, gilt: die Wallbox am Unternehmenssitz ist als Betriebskosten für das Geschäftsfahrzeug absetzbar.
Empfehlung für die Praxis
Integrieren Sie einen kurzen Förderhinweis in jede Offerte:
"In Ihrem Kanton können möglicherweise Förderbeiträge beantragt werden. Wir empfehlen, dies vor Auftragserteilung beim zuständigen Kantonsamt zu prüfen."
Das schützt Sie davor, dass Kunden nach der Installation nach Förderungen fragen — und stärkt Ihre Beratungskompetenz.
Mehr zur digitalen Abwicklung von E-Mobilität-Aufträgen bei Baunex für Elektrobetriebe.
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FAQ: E-Ladestation Installation Schweiz
Brauche ich als Mieter eine Zustimmung des Vermieters für eine Wallbox?
Ja. Eine Wallbox ist eine bauliche Massnahme und erfordert die schriftliche Zustimmung des Vermieters gemäss OR Art. 260a. Seit der CO2-Gesetz-Revision (2022) haben Mieter unter bestimmten Voraussetzungen das Recht, eine Ladeinfrastruktur beim Vermieter zu beantragen. Der Vermieter kann die Ausführungsart bestimmen und muss die Kosten nicht übernehmen — aber er kann eine zumutbare Anfrage nicht mehr generell ablehnen.
Empfehlung: Stellen Sie einen formellen schriftlichen Antrag und schlagen Sie gleichzeitig eine professionelle Installation durch einen konzessionierten Elektrobetrieb vor. Das erhöht die Zustimmungswahrscheinlichkeit erheblich, weil der Vermieter sieht, dass die Arbeit fachgerecht ausgeführt wird.
Kann ich eine normale 230V-Steckdose zum Laden nutzen?
Technisch ja — aber die ESTI-Empfehlung ist klar: Nur zugelassene Ladevorrichtungen verwenden. Standard-Haushaltssteckdosen sind nicht für Dauerlast von 8 bis 12 Stunden ausgelegt. Die Folge sind Überhitzung, Kontaktkorrosion und im schlimmsten Fall Brandgefahr. Als Notlösung für gelegentliche Ausnahmesituationen toleriert, ist die Haushaltssteckdose für den täglichen Ladegebrauch keine akzeptable Option.
Eine Wallbox-Installation amortisiert sich bei täglichem Laden in der Regel innerhalb von 1 bis 2 Jahren — durch kürzere Ladezeiten, sichere Auslastung der Leitung und die Möglichkeit, günstige Nachtstromtarife zu nutzen.
Was kostet das Laden eines Elektroautos mit einer 11-kW-Wallbox?
Bei einem Schweizer Haushaltsstrompreis von CHF 0.22 bis 0.35 pro kWh kostet eine vollständige Ladung mit rund 60 kWh (z.B. VW ID.4, BMW iX3) zwischen CHF 13 und 21. Wer zusätzlich eine PV-Anlage betreibt, kann mit Eigenverbrauchsanteil auf Ladekosten von CHF 3 bis 8 kommen.
Zum Vergleich: Dieselbe Strecke von 300 bis 400 km mit einem Benzinfahrzeug kostet je nach Verbrauch und aktuellem Treibstoffpreis CHF 40 bis 60. Das ergibt bei typischer Jahresfahrleistung von 15'000 km eine jährliche Ersparnis von CHF 600 bis 1'500 allein bei den Energiekosten.
Wie lange dauert die Genehmigung beim Netzbetreiber?
Die Bearbeitungszeiten variieren je nach EVU und Projektumfang erheblich:
- Einfache EFH-Wallbox (bis 11 kW): 1–3 Wochen
- MFH-Ladeinfrastruktur (mehrere Ladepunkte): 4–8 Wochen
- Projekte mit Netzkapazitätsprüfung oder Zählerkonzept-Anpassung: bis 12 Wochen
Die wichtigste Empfehlung: Immer zu Beginn des Projekts beim EVU anmelden — nicht erst nach der Installation. Eine nachträgliche Anmeldung kann zu Problemen bei der Inbetriebnahme führen und im schlimmsten Fall eine Wiederholung von Installationsschritten erfordern. Elektrobetriebe sollten die EVU-Anmeldung als feste erste Position im Projektzeitplan führen.
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Weiterführende Artikel: PV-Anlage Elektriker Kosten — Elektriker Notdienst organisieren — Kontrollbericht Elektrik
Mehr zur digitalen Offertierung und Rapportierung für Elektrobetriebe bei Baunex.
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Smart Charging und OCPP — Technisches Wissen für Elektrobetriebe
OCPP (Open Charge Point Protocol) ist ein herstellerübergreifender Standard, der Ladestationen mit einem zentralen Managementsystem verbindet. Die aktuell verbreitete Version ist OCPP 1.6 (JSON); für Neuinstallationen empfiehlt sich OCPP 2.0.1 mit erweiterter Sicherheit und präziserer Laststeuerung.
Lastmanagement-System (LMS): Regelt die Ladeleistung aller angeschlossenen Wallboxen je nach aktueller Netzbelastung. Ab 4 Ladepunkten in einem MFH ist LMS de facto Pflicht — ohne Laststeuerung riskieren Sie die Überlastung der Hausanschlussleitung. Kosten für einen LMS-Controller: CHF 500–1'500. Diese Position muss in jeder MFH-Offerte ausgewiesen sein.
| Hersteller | Modell | OCPP | Load-Mgmt | Plug & Charge | Preis CHF |
|---|---|---|---|---|---|
| Keba | KeContact P30 | OCPP 1.6 | Mit Controller | Nein | CHF 450–750 |
| ABB | Terra AC | OCPP 1.6/2.0.1 | Nativ | Neuere Modelle | CHF 600–1'100 |
| Mennekes | Amtron | OCPP 1.6 | Nativ | Ja | CHF 700–1'200 |
| Wallbe | Pro 2.0 | OCPP 1.6 | Mit Controller | Nein | CHF 400–650 |
| Hager | Witty | OCPP 1.6 | Nativ | Nein | CHF 550–900 |
Empfehlung nach Projektsituation: EFH mit 1 Ladepunkt → einfache Wallbox ohne Netzwerkanbindung. Ab 3 Ladepunkten → LMS in die Offerte aufnehmen. MFH mit Abrechnung nach Verbrauch → OCPP-fähige Wallboxen obligatorisch.
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Bidirektionales Laden (V2H/V2G) — Was Sie Kunden antworten
V2H (Vehicle to Home): Energie vom Auto ins Haus zurückspeisen — das Fahrzeug als stationärer Stromspeicher. Technische Voraussetzungen: bidirektionale Wallbox, kompatibles Fahrzeug, Energiemanagementsystem.
V2G (Vehicle to Grid): Einspeisung ins öffentliche Netz. In der Schweiz regulatorisch noch begrenzt (2026), Rollout ab 2027–2028 erwartet.
| Kriterium | Standard-Wallbox | Bidirektionale Wallbox (V2H) |
|---|---|---|
| Gerätepreis | CHF 300–1'200 | CHF 2'000–4'500 |
| Fahrzeug-Kompatibilität | Alle E-Autos | Nur spezifische Modelle |
| Eigenverbrauch-Optimierung | Nein | Ja (Strom vom Auto ins Haus) |
| Installationsaufwand | Normal | Erhöht (EMS, EVU-Abstimmung) |
| V2G-Netzeinspeisung | Nein | Noch nicht marktreif (CH 2026) |
Empfohlene Antwort für Kundengespräche: "V2H ist technisch möglich wenn Sie ein kompatibles Fahrzeug haben. V2G kommt voraussichtlich ab 2027. Ich empfehle eine OCPP-fähige Wallbox — so können wir die Anlage später bidirektional nachrüsten, ohne die gesamte Installation zu ersetzen." Diese Aussage sichert Ihnen den Nachrüstauftrag.
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Wartung und Service-Verträge für Wallboxen — Zusatzgeschäft für Elektrobetriebe
Wer die Anlage installiert hat, sollte den Wartungsvertrag gleichzeitig anbieten. Häufige Defekte und Kosten:
- Ladekabel Typ 2: häufigster Defekt. Ersatz CHF 80–200, Tausch 30 Min.
- Kommunikationsmodul (LAN/WLAN): Kosten CHF 100–250 inkl. Konfiguration
- Leistungselektronik: selten, aber teuer. Reparatur CHF 300–600
- Schutzschalter im Unterverteiler: Materialkosten CHF 60–150
OCPP-fähige Wallboxen ermöglichen Remote-Diagnose: Fehlercodes auslesen und Firmware-Updates einspielen ohne Vor-Ort-Besuch. Starkes Verkaufsargument: "Wir sehen den Status Ihrer Anlage — und melden uns, bevor Sie ein Problem bemerken."
| Objekt | Ladepunkte | Jahreswartung vor Ort | Fernwartung | Pauschalpreis/Jahr |
|---|---|---|---|---|
| MFH 6 WE | 6 Parkplätze | 1× Begehung | OCPP-Monitoring | CHF 480–720 |
| MFH 12 WE | 12 Parkplätze | 2× Begehung | OCPP-Monitoring | CHF 960–1'440 |
| Gewerbe 20 Punkte | 20 Ladepunkte | 2× Begehung | OCPP + Reporting | CHF 1'600–2'400 |
Die NIV-Kontrollpflicht gilt auch für Ladeinfrastruktur — mehr dazu im Leitfaden zum Kontrollbericht Elektrik.
Baunex für Elektrobetriebe
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- Zeiterfassung direkt auf der Baustelle
- Elektro-Offerten aus Vorlagen erstellen
- Prüfprotokolle und SiNa digital verwalten
- Projekte und Material im Überblick
Häufige Fragen
Welche Wallbox-Leistung brauche ich für zuhause?
Für ein Einfamilienhaus ist eine 11 kW Wallbox (3-phasig) das optimale Verhältnis aus Ladezeit (3–6h für ein Durchschnitts-E-Auto) und Installationsaufwand. 22 kW ist selten sinnvoll, da die meisten E-Autos 11 kW onboard-seitig nicht überschreiten können.
Muss eine Wallbox von einem Elektriker installiert werden?
Ja — in der Schweiz ist die Installation einer Wallbox ab 3.7 kW durch einen konzessionierten Elektriker Pflicht. Der Elektriker prüft den Zählerplatz, dimensioniert die Zuleitung, führt die NIV-konforme Installation durch und meldet die Anlage beim Netzbetreiber an.
Gibt es Fördergelder für Wallbox-Installation in der Schweiz?
Es gibt keine nationalen Bundessubventionen für private Wallboxen. Einige Kantone und Gemeinden bieten lokale Förderprogramme (z.B. Zürich, Basel-Stadt). Arbeitgeber können Ladekosten als Gehaltsnebenleistung steuerlich begünstigt anbieten.
Was ist der Unterschied zwischen 11 kW und 22 kW Wallbox?
Eine 22 kW Wallbox benötigt eine 3-phasige 32A-Zuleitung und eine EVU-Anmeldung für 22 kW. Die meisten Elektroautos 2026 laden onboard-seitig max. 11 kW (AC). 22 kW macht Sinn bei Flottenladen oder wenn zukünftige Fahrzeuge mit 22 kW-OBD kommen.
Wie lange dauert eine Wallbox-Installation?
Im Einfamilienhaus mit kurzem Kabelweg (bis 10 m): 3–5 Stunden. Mit längerem Kabelweg (15–30 m): 5–8 Stunden. Im Mehrfamilienhaus pro Parkplatz mit vorbereiteter Infrastruktur: 4–7 Stunden, ohne Infrastruktur: 8–16 Stunden.

