Kalkulation 18. Mai 2026 8 Min.

PV-Anlage Elektriker Installation Kosten Schweiz 2026 — CHF 8'000–35'000

Was kostet die Elektriker-Arbeit bei einer PV-Anlage? Kosten nach Anlagengrösse, Förderbeiträge und Kalkulations-Tipps für Elektrobetriebe.

PV-Anlage Elektriker Installation Kosten Schweiz 2026 — CHF 8'000–35'000


Key Takeaways

  • Der Elektriker-Anteil an einer PV-Installation (AC-Seite, Wechselrichter-Anschluss, Einspeisung, Messkonzept) beläuft sich je nach Anlagengrösse auf CHF 3'500–15'000.
  • Die Gesamtkosten einer PV-Anlage (inkl. Module, Montage, Elektro) liegen 2026 typisch zwischen CHF 15'000 (5 kWp) und CHF 70'000+ (50 kWp).
  • Einmalvergütung (EIV) des Bundes reduziert die Nettoinvestition um 15–30 %.
  • Kantonale Förderprogramme können weitere CHF 1'000–8'000 beisteuern.
  • Elektrobetriebe sollten das Messkonzept, die Anmeldung beim Netzbetreiber und den Inbetriebnahme-Termin als separate Positionen kalkulieren.

PV-Boom in der Schweiz: Marktdaten 2026

Die Schweiz erlebt seit 2022 einen anhaltenden PV-Boom. Aktuelle Zahlen:

  • Neu installierte Leistung 2025: ca. 2'800 MW (Rekord)
  • Wachstumsrate: +22 % gegenüber 2024
  • Installierte Gesamtkapazität Ende 2025: ca. 12 GW
  • Anteil am Stromverbrauch: rund 15 % (Sommer: >40 %)
  • Grosses Wachstumspotenzial: Bundesrat-Ziel 34 GW bis 2035

Für Elektrobetriebe bedeutet dies eine starke, nachhaltige Nachfrage nach PV-Installationsleistungen. Der Fachkräftemangel sorgt dafür, dass gut organisierte Betriebe kaum Akquisitionsaufwand betreiben müssen.

Was macht der Elektriker bei einer PV-Installation?

Bei einer PV-Anlage gibt es zwei Seiten:

DC-Seite (Gleichstrom): Module, Stringsicherungen, DC-Kabel — wird oft vom Solarmonteur übernommen.

AC-Seite (Wechselstrom): Aufgabenbereich des Elektrikers

  • Anschluss des Wechselrichters ans Hausnetz
  • Einbau Einspeisezähler und Verbrauchszähler (Messkonzept)
  • Einbau Überspannungsschutz
  • Kabelführung vom Wechselrichter zum Zählerplatz
  • NIV-konforme Ausführung und Kontrollbericht
  • Anmeldung beim Netzbetreiber (EVU)
  • Inbetriebnahme mit dem Netzbetreiber

Kosten nach Anlagengrösse

AnlagengrösseElektriker-AufwandMaterialkosten ElektrikerGesamtkosten Elektriker
5 kWp (Einfamilienhaus, klein)ca. 20 hCHF 1'200–2'000CHF 3'500–5'500
10 kWp (Einfamilienhaus, mittel)ca. 35 hCHF 2'000–3'500CHF 6'000–9'000
20 kWp (Mehrfamilienhaus, kleines Gewerbe)ca. 55 hCHF 3'500–6'000CHF 9'500–15'000
50 kWp+ (Gewerbe, Industrie)nach Aufwandnach Aufwandab CHF 18'000


Stundensatz-Basis: CHF 110–140/h inkl. NIV-Zuschlag und Messkonzept-Aufwand.

Was den Aufwand treibt:

  • Distanz zwischen Wechselrichter und Zählerplatz (jeder Meter Kabelkanal kostet Zeit)
  • Alter und Kapazität des bestehenden Zählerplatzes / Sicherungskastens
  • Anzahl Wechselrichter (String- vs. Mikro-Wechselrichter)
  • Messkonzept-Komplexität (Direkteinspeisung vs. Eigenverbrauchsoptimierung)

Förderbeiträge für PV-Anlagen 2026

Einmalvergütung (EIV) — Bundesebene


Die Einmalvergütung des Bundes (KEV-Nachfolge) wird als Investitionsbeitrag ausbezahlt:

AnlagengrösseEIV GrundbeitragZusatzbeitrag
2–9.99 kWpCHF 460/kWp + GrundbeitragCHF 350/kWp (Dach)
10–99 kWpCHF 340/kWpGestaffelt
100 kWp+CHF 230/kWpNach Ausschreibung


Beispiel: 10-kWp-Anlage auf Dach: EIV ca. CHF 3'400–7'800 (abhängig von Antragsrunde). Aktuelle Wartezeiten bis zur Auszahlung: 6–18 Monate.

Kantonale Förderprogramme


Viele Kantone bieten zusätzliche Beiträge:
  • Zürich: Programm ProKilowatt, Gebäudeprogramm
  • Bern: Kantonaler Energiefonds (bis CHF 3'000)
  • Basel-Stadt: Bis 40 % der Investitionskosten (Sonderprogramm)
  • Waadt, Genf: Programme Bâtiments mit kantonalen Zuschüssen

Steuerliche Massnahmen


  • Direkte Bundessteuer: Investitionskosten in PV als Unterhaltskosten absetzbar (Eigenverbrauch)
  • Kantonssteuer: Je nach Kanton unterschiedliche Regelungen

Koordination mit Solarmonteur und Netzbetreiber

Eine reibungslose PV-Installation erfordert gute Koordination:

Mit dem Solarmonteur:

  • DC-Verkabelungsplan vor Beginn abstimmen
  • Wechselrichterstandort gemeinsam festlegen
  • Inbetriebnahme-Termin koordinieren

Mit dem Netzbetreiber (EVU):

  • Anmeldung der Anlage (je nach Kanton: online oder schriftlich)
  • Messkonzept vorab abklären (Gesamtmessung vs. Summenzähler)
  • Zähleraustausch durch EVU beantragen
  • Inbetriebnahme-Termin mit EVU koordinieren — Achtung: Vorlaufzeiten bis 6 Wochen!

Tipp für Elektrobetriebe: Planen Sie den Netzbetreiber-Kontakt früh ein. Verspätete Anmeldungen führen zu Bauverzögerungen und Zusatzkosten.

Eigenverbrauchsoptimierung: Batterie-Anschluss als Zusatz

Die Integration eines Batteriespeichers ist ein attraktives Zusatzgeschäft für Elektrobetriebe:

KomponenteZusatzaufwandZusatzkosten Elektriker
Hausspeicher (10 kWh)+8–12 hCHF 900–1'600
Smartmeter / Energiemanagementsystem+4–6 hCHF 500–900
Wärmepumpen-Integration+6–10 hCHF 700–1'400


Marktentwicklung: Der Anteil an PV-Installationen mit Batteriespeicher stieg 2025 auf über 45 % — Tendenz weiter steigend.

Kalkulations-Tipps für Elektrobetriebe

1. Messkonzept als separate Position
Das Messkonzept (Einspeise- und Verbrauchszähler, Summenzähler) ist zeitintensiv und haftungsrelevant. Kalkulieren Sie es als eigene Position mit CHF 400–900, nicht als Bestandteil der Stundensatz-Kalkulation.

2. Anmeldung beim Netzbetreiber einpreisen
Der administrative Aufwand (Formulare, Koordination, Terminabsprachen) beträgt 2–4 Stunden. Bei CHF 120/h sind das CHF 240–480, die oft vergessen werden.

3. Inbetriebnahme als eigene Position
Die Inbetriebnahme gemeinsam mit EVU und Kunde: 1.5–3 Stunden. Separat kalkulieren.

4. NIV-Kontrollbericht einrechnen
Für jede PV-Anlage ist ein Kontrollbericht Pflicht. Zeitaufwand: 45–90 Minuten. Kosten: CHF 100–180 — oft vergessen in der Kalkulation.

5. Revisionsunterlagen übergeben
Kunden erwarten Schema, Messprotokoll und Betriebsanleitung. Zeit einplanen: 1–2 Stunden.

PV-Marktentwicklung Schweiz 2022–2026: Was das für Elektrobetriebe bedeutet

JahrNeue Kapazität (MW)Wachstum ggü. VorjahrElektriker-Nachfrage Index
20221'050+40%100 (Basis)
20231'540+47%147
20242'290+49%218
20252'800+22%267
2026 (Prognose)3'200+14%305


Das Wachstum verlangsamt sich — von den explosiven 47–49% der Jahre 2023/2024 auf prognostizierte 14% in 2026. Das absolute Volumen wächst aber weiter: 3'200 MW neue Kapazität bedeutet mehr Projekte, mehr Anschlüsse, mehr Aufträge als je zuvor.

Betriebe, die in den Jahren 2022–2024 in PV-Kompetenz investiert haben, profitieren jetzt von dieser gereiften Nachfrage. Der Markt ist nicht mehr im Wildwuchs-Modus, sondern in einer Phase konsolidierten Wachstums — Kunden sind informierter, Projekte komplexer, Qualitätsanforderungen steigen.

Der Fachkräftemangel im PV-Segment verschärft sich kontinuierlich. Gut ausgebildete PV-Elektriker können Wartelisten von 4–8 Wochen kommunizieren und haben damit echte Preissetzungsmacht.

Drei Wachstumssegmente verdienen 2026 besondere Aufmerksamkeit: Agri-PV (Solarmodule über Ackerflächen, technisch anspruchsvoll), Balkonkraftwerke (Kleinanlagen bis 600W, grosses Volumen) und Parkhaus-PV (grosse Gewerbedachflächen, oft kombiniert mit E-Mobilität). Mehr: Baunex für Solarbetriebe

---

5 häufige Fehler bei PV-Projekten — und wie man sie vermeidet

PV-Projekte sind für Elektrobetriebe lukrativ, aber auch fehleranfällig. Diese 5 Fehler liegen oft nicht in der technischen Ausführung, sondern in der Projektorganisation.

Fehler 1: Anmeldung beim Netzbetreiber (EVU) zu spät

Vorlaufzeiten von bis zu 6 Wochen für den Zähleraustausch und die Einspeisung sind die Regel. Wer die Anlage bereits fertig montiert hat, bevor der EVU-Termin fixiert ist, muss dem Kunden erklären, warum die Anlage noch nicht produziert.

Lösung: Die EVU-Anmeldung ist Aufgabe des Elektrikers — und sie ist als erstes zu erledigen, gleichzeitig mit der Förderantragstellung.

Fehler 2: Messkonzept zu spät abklären

Ob Gesamtmessung oder Summenzähler-Konzept beeinflusst direkt die Hardware-Anforderungen. Ein nachträglicher Wechsel kostet Mehraufwand und einen weiteren EVU-Termin.

Lösung: Die Messkonzept-Klärung mit dem EVU gehört als Pflichtschritt in die Offerten-Phase.

Fehler 3: Förderantrag nicht VOR Baubeginn stellen

EIV und kantonale Förderungen müssen zwingend vor Baubeginn beantragt werden. Wer die Anlage bereits installiert hat, verliert den Förderanspruch vollständig.

Lösung: Kunden unterschreiben den Auftrag erst, wenn die Förderbestätigung vorliegt. Das schützt den Kunden und entlastet den Elektriker von Haftungsrisiken.

Fehler 4: NIV-Kontrollbericht vergessen

Für jede PV-Anlage ist ein Sicherheitsnachweis gemäss NIV Pflicht. Er wird manchmal in der Hektik der Inbetriebnahme vergessen oder auf unbestimmte Zeit verschoben.

Lösung: Der NIV-Kontrollbericht wird als feste Position in jede PV-Offerte aufgenommen, mit eigenem Preis und eigenem Termin.

Fehler 5: Revisionsunterlagen nicht übergeben

Kunden und Behörden benötigen nach Projektabschluss: Schaltschema, Messprotokoll, Wechselrichter-Betriebsanleitung und EIV-Bestätigung. Fehlt ein Dokument, werden spätere Garantiefälle oder Behördenkontrollen kompliziert.

Lösung: Eine Übergabe-Checkliste als letzter Schritt jeder Installation, digital erstellt und mit Kunden-Unterschrift bestätigt.

---

FAQ: PV-Anlage Elektriker Schweiz

Kann jeder Elektriker PV-Anlagen installieren?
Nur ein konzessionierter Elektriker darf die AC-Seite einer PV-Anlage anschliessen. Die DC-Seite kann auch von einem nicht-konzessionierten Solarmonteur ausgeführt werden, aber der NIV-Sicherheitsnachweis muss vom Elektriker unterzeichnet werden. Für Anschluss ans öffentliche Netz, Messkonzept und Inbetriebnahme-Meldung ist die Elektrikerkompetenz unabdingbar.

Wie lange dauert die Installation einer 10-kWp-Anlage?
Der Elektriker-Teil (Wechselrichter-Anschluss, Kabelführung, Messkonzept, Inbetriebnahme) dauert 1–2 Tage. Die Gesamt-Installation dauert 2–4 Tage. Was den Zeitplan dominiert, ist die Wartezeit auf den EVU-Termin: 2–6 Wochen je nach Netzbetreiber.

Wann startet die EIV-Auszahlung?
Die Einmalvergütung (EIV) wird nach Prüfung durch Pronovo ausbezahlt. Aktuelle Wartezeiten: 6–18 Monate nach der Inbetriebnahme-Meldung. Betriebe, die die Förderantrags-Unterstützung als Service anbieten, sparen dem Kunden erheblichen Aufwand und positionieren sich als Rundum-Dienstleister.

Wie kalkuliert man bei steigenden Modul-Preisen?
PV-Modulpreise sind volatil. In volatilen Marktphasen empfiehlt sich eine kürzere Bindungsfrist für Offerten (15–20 Tage statt 30). Bei Grossprojekten über 50 kWp ist eine Preisgleitklausel für Modulmaterial sinnvoll. Im Kleinanlagengeschäft: Puffer von 5–8% für Preisschwankungen einkalkulieren.

Lohnt es sich, PV und E-Mobilität gemeinsam anzubieten?
Sehr. Das Kombiangebot aus PV-Anlage, Wallbox und Energiemanagementsystem ist 2025 eines der stärksten Wachstumssegmente im Elektrobereich. Für den Elektriker: mehr Umsatz pro Projekt, stärkere Kundenbindung und klare Differenzierung. Wallbox und EMS als eigene Positionen mit eigener Marge ausweisen — nicht im PV-Preis vergraben.

PV-Anlage und Gebäudeversicherung — Was Elektrobetriebe dem Kunden erklären müssen

Ein Thema, das bei PV-Projekten regelmässig untergeht: die Auswirkungen einer Solaranlage auf die Gebäudeversicherung. Als Elektrobetrieb haben Sie gegenüber Ihrem Kunden eine fachliche Vertrauensstellung — wer diesen Punkt aktiv anspricht, schützt den Kunden und stärkt die eigene Reputation.

Meldepflicht bei der Gebäudeversicherung

In der Schweiz betreiben die Kantone eigene Gebäudeversicherungen (z.B. AGV in Aargau, GVB in Bern, GVZ in Zürich) oder lassen private Anbieter wie die Mobiliar oder AXA zu. Allen gemeinsam: PV-Anlagen müssen nach der Inbetriebnahme gemeldet werden. Die Prämienerhöhung ist in den meisten Fällen gering — üblich sind 0 bis +5 % auf die Gebäudeversicherungsprämie. Viele Kunden scheuen diesen Schritt, weil sie eine hohe Prämienerhöhung befürchten. Die Realität ist weniger dramatisch, aber die Meldung ist trotzdem Pflicht.

Was ist über die Gebäudeversicherung gedeckt — und was nicht?

Module, die fest auf dem Dach montiert sind, gelten versicherungsrechtlich als Gebäudebestandteile. Sie sind damit über die Gebäudeversicherung abgedeckt — nicht über die Hausratsversicherung. Dasselbe gilt für den Wechselrichter, auch wenn er im Keller oder in der Garage installiert ist: sobald er fest montiert ist, gehört er zum Gebäude.

Etwas komplexer ist die Situation bei Batteriespeichern. Hausspeicher über 10 kWh werden von einzelnen Versicherern als eigene Risikoklasse eingestuft. Manche Anbieter verlangen für grosse Batterieeinheiten eine separate Batterieversicherung oder explizite Einschlussbestätigung. Kunden mit einem Speicher ab dieser Grösse sollten vor der Installation direkt bei ihrer Versicherung nachfragen.

Brandrisiko und Dokumentation

Defekte oder unsachgemäss installierte PV-Anlagen sind eine anerkannte Brandursache — das ist kein Mythos, sondern dokumentierte Versicherungspraxis. Für den Kunden bedeutet das: Ein vollständiger NIV-Kontrollbericht ist sein bester Schutz im Schadensfall. Liegt keine ordentliche Abnahme vor, kann die Versicherung die Leistung kürzen oder verweigern. Als Elektrobetrieb sollten Sie diesen Punkt offen kommunizieren — es unterstreicht den Wert Ihrer Arbeit.

Sonderfall: Agri-PV und Balkonkraftwerke

Für Agri-PV-Anlagen (auf Landwirtschaftsflächen) und für Balkonkraftwerke (Plug-in-Anlagen bis 600 W) gelten in der Schweiz noch keine einheitlichen Versicherungsregelungen — dieser Bereich ist regulatorisch im Aufbau. Wer Kunden mit solchen Anlagen betreut, sollte auf den individuellen Klärungsbedarf mit dem Versicherer hinweisen.

Empfehlung für Elektrobetriebe: Standardhinweis in jede PV-Offerte

Fügen Sie in jede PV-Offerte einen kurzen Standardsatz ein:

"Bitte melden Sie die Anlage nach Inbetriebnahme Ihrer Gebäudeversicherung. Wir stellen Ihnen auf Wunsch die technischen Unterlagen für die Meldung zur Verfügung."

Dieser Hinweis kostet Sie nichts, schafft aber Vertrauen und dokumentiert, dass Sie den Kunden informiert haben. Im Streitfall mit der Versicherung oder bei einem Schaden ist das wertvoller Schutz — für den Kunden und für Sie.

---

Wartung und Langzeitbetrieb: Serviceverträge für PV-Anlagen

Die Installation ist abgeschlossen, der Kunde hat unterschrieben, die Anlage läuft. Für viele Elektrobetriebe endet hier die Beziehung — dabei beginnt hier eine der profitabelsten Geschäftsmöglichkeiten im PV-Bereich.

Warum Wartungsverträge für Elektrobetriebe Sinn ergeben

Eine PV-Anlage hat eine typische Lebensdauer von 25 bis 30 Jahren. Das ist ein Vierteljahrhundert, in dem Ihr Kunde potenziell auf Ihren Service angewiesen ist. Und der Wartungsaufwand ist überschaubar: Bei einer Standardanlage auf einem Einfamilienhaus mit Fernüberwachung entsteht kein wesentlicher Zeitaufwand ausser bei tatsächlichen Störungen.

Die Kunden ihrerseits unterschätzen oft, was ein unbeaufsichtigter Anlagenausfall kostet. Fällt ein Wechselrichter im Juli aus und niemand bemerkt es bis Oktober, sind das drei Monate Produktionsausfall — bei einer 10-kWp-Anlage schnell CHF 500 bis 1'500 Ertragsverlust, dazu die Reparaturkosten.

Was ein PV-Servicevertrag typischerweise umfasst

Ein vollständig strukturiertes Serviceangebot für PV-Anlagen deckt folgende Leistungen ab:

  • Jährliche Sichtprüfung: Modulzustand, Befestigungen, sichtbare Kabelführung und Anschlussdosen
  • Wechselrichter-Diagnose: Auslesen von Fehlercodes, Auswertung der Leistungsdaten auf Anomalien
  • Monitoring-Überwachung: Automatische Erkennung von Ausfällen über App oder Webportal (z.B. SolarEdge, SMA Sunny Portal, Fronius Solar.web)
  • NIV-Kontrollbericht bei Änderungen: z.B. bei Erweiterung der Anlage oder Batteriezugang
  • Schneeräumungs-Service auf Anfrage: Besonders relevant in höheren Lagen und Voralpenregionen

Preismodell: Drei Pakete für unterschiedliche Kundenbedürfnisse

ServicepaketUmfangJahrespreis (EFH)
BasisFernüberwachung + AlarmierungCHF 150–250/Jahr
StandardFernüberwachung + 1x SichtprüfungCHF 280–400/Jahr
PremiumStandard + Wechselrichter-Service + Priority-NotfallrufCHF 450–650/Jahr


Das Premium-Paket lässt sich besonders gut an Kunden mit Batteriespeicher verkaufen — dort ist die Überwachung kritischer und die Folgekosten bei Ausfall sind höher.

Die Langzeit-Rechnung für Elektrobetriebe

Ein EFH-Kunde mit Premium-Wartungsvertrag bringt über die Anlagenlebensdauer von 25 Jahren CHF 11'250 bis 16'250 — für vergleichsweise geringen laufenden Aufwand. Multipliziert mit einer wachsenden Kundenbasis ist das ein stabiles Wiederkehrumsatz-Fundament, das saisonale Auftragsschwankungen abfedert.

Elektrobetriebe, die Fernüberwachung als Standard anbieten, bauen zudem eine engere Kundenbeziehung auf: Sie kennen den Anlagenstatus, können proaktiv auf Probleme hinweisen und sind der erste Ansprechpartner, wenn Erweiterungen (Batterie, Wallbox, Lastmanagement) anstehen.

Digitale Verwaltung von Wartungsverträgen

Wartungsverträge manuell zu verwalten — Erinnerungen, Abrechnungen, Prüfprotokolle — ist aufwendig. Mit Baunex lassen sich Wartungsverträge für PV-Anlagen digital verwalten und automatisch abrechnen, ohne administrativen Mehraufwand für den Betrieb. Das Ergebnis: mehr Serviceumsatz bei weniger Büroarbeit.

---

Weiterführende Artikel: E-Ladestation Installation KostenKontrollbericht Elektrik PflichtElektriker Stundensatz Schweiz

Elektro- und Solarbetriebe finden auf Baunex spezialisierte Offerten- und Rapportierungs-Tools für PV-Projekte. Mehr zu Solar-Installationen.

---

Batteriespeicher als Zusatz-Auftrag — Margen und Marktübersicht

Der Trend zu Hausspeichern ist real: Kunden, die eine PV-Anlage installieren lassen, fragen zunehmend nach einem Batteriespeicher. Für Elektrobetriebe ist das ein attraktiver Ergänzungsauftrag.

Kosten und Margen:

  • Kapazität 5 kWh: CHF 6'000–9'000 (Gerät + Installation)
  • Kapazität 10 kWh: CHF 10'000–15'000
  • Kapazität 15 kWh: CHF 14'000–20'000

Hardware-Marge: 15–25 % auf den EK-Preis, plus 8–15 h Installationszeit. Gesamtmarge pro Projekt: CHF 2'000–5'000 je nach Kapazität.

SystemKapazitätMarktanteil CHEigenverbrauch mit BatterieOhne Batterie
BYD HVM/HVS5–16 kWhGross65–80 %30–40 %
Sonnen eco5–15 kWhMittel60–75 %30–40 %
SolarEdge Home Battery9.7 kWhWachsend65–75 %30–40 %
Huawei LUNA5–15 kWhWachsend60–75 %30–40 %


Verkaufsargument: Mit einem 10 kWh-Speicher steigt der Eigenverbrauchsanteil von 30–40 % auf 60–80 %. Bei einem Strompreis von CHF 0.30/kWh und 5'000 kWh PV-Produktion spart der Haushalt ca. CHF 600–900/Jahr zusätzlich. Break-Even Speicher: ca. 8–12 Jahre.

Weiterführende Artikel: E-Ladestation Installation KostenKontrollbericht Elektrik PflichtElektriker Stundensatz Schweiz

Baunex für Elektrobetriebe

Baunex wurde für Elektrobetriebe entwickelt: Zeiterfassung, Projektplanung, Offerten und Rapporte — alles digital und von unterwegs zugänglich.

  • Zeiterfassung direkt auf der Baustelle
  • Elektro-Offerten aus Vorlagen erstellen
  • Prüfprotokolle und SiNa digital verwalten
  • Projekte und Material im Überblick
Jetzt kostenlos testen

Häufige Fragen

Was macht der Elektriker bei einer PV-Installation?

Der Elektriker übernimmt die AC-Seite: Wechselrichter-Anschluss ans Hausnetz, Einbau Einspeisezähler, Überspannungsschutz, Kabelführung zum Zählerplatz, NIV-konforme Ausführung, Kontrollbericht und Anmeldung beim Netzbetreiber (EVU). Die DC-Seite (Module, Kabel) übernimmt oft der Solarmonteur.

Wie hoch ist die Einmalvergütung für PV in der Schweiz 2026?

Die Einmalvergütung (EIV) des Bundes beträgt 2026 je nach Anlagetyp 15–30 % der Investitionskosten. Kleine Anlagen (bis 100 kWp) erhalten pauschal nach Anlagenleistung. Hinzu kommen kantonale Förderprogramme von CHF 1'000–8'000 zusätzlich.

Muss eine PV-Anlage beim Netzbetreiber angemeldet werden?

Ja, jede PV-Anlage muss vor Inbetriebnahme beim lokalen Netzbetreiber (EVU) angemeldet werden. Der Elektriker koordiniert die Anmeldung, den Messkonzept-Typ und den Inbetriebnahme-Termin mit dem EVU — oft 2–6 Wochen Vorlaufzeit einplanen.

Wie lange dauert die elektrische Installation einer PV-Anlage?

Beim Einfamilienhaus (5–10 kWp) benötigt der Elektriker typisch 20–35 Stunden: Wechselrichter-Anschluss, Messkonzept, NIV-Abnahme und EVU-Anmeldung. Bei 20 kWp (MFH/Gewerbe) sind es 50–60 Stunden. Der Elektriker-Anteil an den Gesamtkosten beträgt CHF 3'500–15'000.

Was ist ein Messkonzept bei der PV-Anlage?

Das Messkonzept legt fest, welche Zähler eingebaut werden und wie Eigenverbrauch, Einspeisung und Bezug gemessen werden. In der Schweiz sind verschiedene Messkonzepte (Nettomessung, Bruttomessung) möglich. Der Elektriker stimmt das Messkonzept mit dem Netzbetreiber ab.

Bereit für die Digitalisierung?

Testen Sie Baunex kostenlos und erleben Sie, wie einfach digitale Betriebsführung sein kann.

Jetzt kostenlos testen