Kalkulation 20. Mai 2026 8 Min.

Skonto und Zahlungsbedingungen für Handwerker Schweiz — Berechnung, MwSt und Mahnwesen 2026

Lohnt sich Skonto als Handwerker? So berechnen Sie den Effektivzins, formulieren Zahlungsbedingungen korrekt und gehen bei Zahlungsverzug vor — mit Musterbriefen.

Skonto und Zahlungsbedingungen für Handwerker Schweiz — Berechnung, MwSt und Mahnwesen 2026


Key Takeaways


  • Skonto ist ein Preisnachlass bei schneller Zahlung — kein Rabatt, kein Bonus
  • "2 % Skonto bei Zahlung innert 10 Tagen, netto 30 Tage" = ~36 % Effektivzins p.a.
  • Skonto mindert die MwSt-Bemessungsgrundlage — MWSTG Art. 41 regelt die Korrektur
  • Ab 30 Tagen gilt automatisch Zahlungsverzug nach OR Art. 102 Abs. 2
  • Mahngebühren sind nur zulässig, wenn sie in AGB oder Rechnung vereinbart wurden

Was ist Skonto? Definition und Abgrenzung

Skonto ist ein prozentualer Preisnachlass, den Sie als Rechnungssteller gewähren, wenn der Kunde innerhalb einer kürzeren Frist zahlt als der Standardfrist.

Skonto vs. Rabatt vs. Bonus

BegriffZeitpunktAuslöser
RabattBei AuftragserteilungVolumen, Treue, Verhandlung
SkontoBei ZahlungSchnelle Zahlung
BonusNach PeriodeErreichter Jahresumsatz


Skonto ist eine Zahlungskonditionen-Vereinbarung, keine Preisverhandlung. Er wird auf der Rechnung angekündigt und nur gewährt, wenn der Kunde tatsächlich fristgerecht zahlt.

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Skonto berechnen: die Effektivzins-Formel

Der Effektivzins beschreibt, welche Rendite der Kunde erzielt, wenn er Skonto nutzt statt das Geld 20 weitere Tage zu behalten.

Formel:

Effektivzins = (Skontosatz / (100 − Skontosatz)) × (360 / (Nettotage − Skontotage))

Rechenbeispiel: CHF 10'000 Rechnung, 2 %/10 Tage, netto 30 Tage

  • Skontosatz: 2 %
  • Nettotage: 30, Skontotage: 10 → Differenz: 20 Tage
  • Effektivzins = (2 / 98) × (360 / 20) = 0.0204 × 18 = 36.7 % p.a.

Was das bedeutet: Für Ihren Kunden ist der Skonto extrem attraktiv — er erzielt durch schnelle Zahlung rechnerisch 36.7 % Rendite p.a. Für Sie als Handwerker bedeutet es: Sie erhalten das Geld 20 Tage früher, zahlen dafür aber 2 % des Rechnungsbetrags.

RechnungsbetragSkontobetrag (2 %)Sie erhalten20 Tage früher
CHF 1'000CHF 20CHF 980
CHF 5'000CHF 100CHF 4'900
CHF 10'000CHF 200CHF 9'800
CHF 50'000CHF 1'000CHF 49'000


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Wann lohnt sich Skonto anbieten — und wann nicht?

Ja, Skonto lohnt sich wenn:

  • Liquiditätsbedarf: Sie haben laufende Materialkosten und brauchen das Geld früh
  • Grossprojekte mit langen Laufzeiten: 20 Tage früher bei CHF 50'000 macht einen echten Unterschied
  • Stammkunden mit bekannt gutem Zahlungsverhalten: Kundenbindung durch attraktive Konditionen
  • Schlecht zahlende Branchen: Gastronomie, Hotellerie, Vermietung — Skonto kann Zahlungsausfälle reduzieren

Nein, Skonto lohnt sich nicht wenn:

  • Ihre Marge ist unter 15 %: 2 % Skonto auf den Rechnungsbetrag kann die ganze Marge kosten
  • Der Kunde zahlt sowieso pünktlich: Sie verschenken Geld ohne Gegenwert
  • Kleinstaufträge unter CHF 1'000: Verwaltungsaufwand überwiegt den Nutzen

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MwSt und Skonto: MWSTG Art. 41 erklärt

Wenn der Skonto genutzt wird, mindert er die Steuerbemessungsgrundlage. Das führt zu einer Situation, die steuerlich korrekt behandelt werden muss.

Methode 1: Skonto bereits in Rechnung abziehen (empfohlen)

Sie weisen den Skonto auf der Rechnung bereits als Abzug aus und berechnen die MwSt auf dem reduzierten Betrag:

PositionBetrag
Rechnungsbetrag exkl. MwStCHF 9'259.26
Abzgl. 2 % Skonto– CHF 185.19
Basis MwStCHF 9'074.07
MwSt 8.1 %CHF 734.90
TotalCHF 9'808.97


Zahlt der Kunde ohne Skonto, stellen Sie eine Korrekturrechnung oder Gutschrift für den Skonto-Differenzbetrag aus.

Methode 2: Nachträgliche Korrektur

Sie stellen die Rechnung über den vollen Betrag aus. Wenn der Kunde den Skonto nutzt und zu wenig zahlt, korrigieren Sie die MwSt nachträglich per Gutschrift. Dieser Weg ist korrekt, aber administrativ aufwändiger.

MWSTG Art. 41 regelt: Entgeltsminderungen (inkl. Skonto) dürfen in der Steuerperiode abgezogen werden, in der die Minderung eingetreten ist.

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Zahlungsbedingungen in der Offerte und Rechnung

Musterformulierung — 3 Varianten

Variante 1: Standard ohne Skonto
> "Zahlbar innert 30 Tagen netto ab Rechnungsdatum. Bei Zahlungsverzug werden Verzugszinsen von 5 % p.a. berechnet."

Variante 2: Mit Skonto
> "Zahlbar innert 30 Tagen netto ab Rechnungsdatum. Bei Zahlung innert 10 Tagen gewähren wir 2 % Skonto. Bei Zahlungsverzug werden Verzugszinsen von 5 % p.a. berechnet."

Variante 3: Mit explizitem Fälligkeitsdatum
> "Zahlbar bis 19.06.2026. Bei Zahlung bis 29.05.2026 gewähren wir 2 % Skonto. Bei Zahlungsverzug werden Verzugszinsen von 5 % p.a. sowie eine Mahngebühr von CHF 30 berechnet."

Pflichtangaben auf der Rechnung (OR)

Obwohl es kein spezifisches "Rechnungsgesetz" in der Schweiz gibt, sind folgende Angaben für steuerliche und rechtliche Gültigkeit wichtig:

  • Firmenname und Adresse des Rechnungsstellers
  • Firmenname und Adresse des Empfängers
  • Rechnungsdatum und -nummer
  • Leistungsdatum oder -zeitraum
  • Beschreibung der Leistung/Ware
  • Betrag exkl. MwSt, MwSt-Satz, MwSt-Betrag, Total inkl. MwSt
  • MWST-Nummer (falls steuerpflichtig)
  • Zahlungskonditionen (Frist, IBAN oder QR-IBAN)

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Zahlungsverzug: Was tun wenn der Kunde nicht zahlt?

OR Art. 102: Verzug ohne Mahnung nach 30 Tagen

OR Art. 102 Abs. 2 regelt: Ist die Erfüllungszeit durch den Vertrag oder durch Kalender bestimmt, gerät der Schuldner ohne Mahnung in Verzug. Eine Rechnung mit explizitem Fälligkeitsdatum ("zahlbar bis 19.06.2026") löst automatischen Verzug aus — keine Mahnung nötig.

Ohne explizites Fälligkeitsdatum: Verzug erst nach Mahnung.

1. Mahnung (freundlich)

Ton: Kollegial, keine Vorwürfe. Keine Mahngebühr bei der ersten Mahnung.

> "Sehr geehrte/r [Name], wir erlauben uns, Sie freundlich auf die ausstehende Rechnung Nr. 2026-042 über CHF 2'350 (fällig am 15.06.2026) aufmerksam zu machen. Bitte überweisen Sie den Betrag bis 30.06.2026. Bei bereits erfolgter Zahlung danken wir für Ihre Mitteilung."

2. Mahnung (mit Mahngebühr)

Ton: Sachlich, klare Frist, Hinweis auf Konsequenzen.

> "Sehr geehrte/r [Name], leider ist der Betrag von CHF 2'350 trotz unserer Mahnung vom [Datum] noch nicht bei uns eingegangen. Wir fordern Sie auf, den Betrag inkl. Mahngebühr CHF 30 sowie Verzugszinsen CHF [X] bis spätestens 15.07.2026 zu überweisen. Bei Nichtbezahlung werden wir rechtliche Schritte einleiten."

Betreibung nach SchKG

Nach der 2. Mahnung ohne Erfolg: Zahlungsbefehl über das Betreibungsamt. Kosten: ca. CHF 70–150 je nach Betrag. Der Schuldner hat 10 Tage, um Rechtsvorschlag zu erheben. Ohne Rechtsvorschlag können Sie die Pfändung einleiten.

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Zahlungsbedingungen automatisch in jede Rechnung übernehmen

Mit Baunex Rechnungen & Finanzen hinterlegen Sie Ihre Standard-Zahlungsbedingungen einmalig:

  • Zahlungsfrist 30 Tage
  • Skonto-Bedingungen (2 %/10 Tage)
  • Verzugszins 5 % p.a.
  • Mahngebühr CHF 30

Jede neue Rechnung übernimmt diese Konditionen automatisch — inkl. QR-Code mit korrektem Fälligkeitsdatum und Referenznummer. Keine manuelle Eingabe, keine vergessenen Zahlungsfristen.

Weiterführende Artikel: QR-Rechnung Handwerker SchweizAkonto & Teilrechnung HandwerkMwSt für Handwerker Schweiz

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Häufige Fragen

Was bedeutet "2 % Skonto 10 Tage netto 30" konkret?

Sie zahlen CHF 980 statt CHF 1'000, wenn Sie innert 10 Tagen zahlen. Zahlen Sie später (bis Tag 30), sind CHF 1'000 fällig. Der Anreiz für den Kunden: 2 % in 20 Tagen entspricht rechnerisch einem Jahreszins von ~36 %. Das Skonto-Angebot ist für Kunden mit guter Liquidität fast immer attraktiv.

Wie beeinflusst Skonto den MwSt-Ausweis auf der Rechnung?

Wenn der Skonto genutzt wird, mindert er die Steuerbemessungsgrundlage. MWSTG Art. 41 erlaubt eine nachträgliche Korrektur. Die einfachste Praxis: Skonto-Betrag direkt auf der Rechnung abziehen und MwSt auf dem Nettobetrag berechnen. Zahlt der Kunde ohne Skonto, erstellen Sie eine Korrekturgutschrift.

Ab wann darf ich Mahngebühren verrechnen?

Mahngebühren sind nur zulässig, wenn sie in den AGB oder auf der Rechnung vereinbart sind. Ohne diese Vereinbarung können Sie nur Verzugszinsen verlangen (üblich: 5 % p.a.). Nach OR Art. 102 Abs. 2 tritt Verzug automatisch nach Ablauf einer bestimmten Zahlungsfrist ein — ohne Mahnung, wenn ein explizites Fälligkeitsdatum auf der Rechnung steht.

Was ist der Unterschied zwischen Skonto, Rabatt und Bonus?

Rabatt: Preisnachlass bei Auftragserteilung, vereinbart vor der Leistung. Skonto: Preisnachlass für schnelle Zahlung, nach Leistungserbringung. Bonus: Rückerstattung nach Erreichen eines Jahresumsatzziels. Nur Skonto und Rabatt mindern die MwSt-Bemessungsgrundlage bei korrekter Verbuchung.

Wie formuliere ich Zahlungsbedingungen korrekt auf der Rechnung?

Standard-Formulierung: "Zahlbar innert 30 Tagen netto ab Rechnungsdatum. Bei Zahlung innert 10 Tagen gewähren wir 2 % Skonto. Bei Zahlungsverzug werden Verzugszinsen von 5 % p.a. sowie eine Mahngebühr von CHF 30 berechnet." Diese Formulierung deckt Skonto, Verzugszins und Mahngebühr ab und ist vor Schweizer Gerichten durchsetzbar.

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