Die Hauptgruppen des BKP

GruppeInhalt
0Grundstück
1Vorbereitungsarbeiten (Abbruch, Sicherungen, Provisorien)
2Gebäude – hier läuft das Bau- und Ausbaugewerbe
3Betriebseinrichtungen
4Umgebung
5Baunebenkosten (Gebühren, Versicherungen, Finanzierung)
6/7Reserven (projektspezifisch)
8Unvorhergesehenes (projektspezifisch)
9Ausstattung (Möblierung)


Innerhalb der Gruppe 2 begegnen Handwerksbetriebe «ihrer» zweistelligen Nummer: 21 Rohbau 1 (Baumeister), 22 Rohbau 2 (Gebäudehülle: Dach, Spengler, Fenster), 23 Elektroanlagen, 24 Heizungs-, Lüftungs-, Klimaanlagen, 25 Sanitäranlagen, 26 Transportanlagen, 27 Ausbau 1 (Gipser, Schreiner, Türen), 28 Ausbau 2 (Boden, Maler), 29 Honorare. Dreistellige Untergruppen verfeinern weiter (Elektro z. B. nach Installationsarten).

Warum die Nummer für Sie Geld bedeutet

  • Budget-Logik der Gegenseite: Architekt und Bauherr steuern das Projekt über BKP-Budgets. Ihre Offerte konkurriert nicht gegen «alles», sondern gegen den Budgetposten Ihrer Gruppe – wer die üblichen Kostenanteile seines Gewerks kennt, versteht Preisreaktionen.
  • Bauabrechnung und Akonto: Zahlungen und Kostenkontrolle laufen je BKP-Position; Ihre Rechnungen sollten die BKP-Referenz der Ausschreibung tragen, sonst hängen sie in der Prüfung.
  • Nachträge: werden derselben Gruppe belastet – ist deren Budget erschöpft, wird um jeden Nachtrag gerungen. Früh anzeigen hilft doppelt.
  • Statistik und Erfahrungswerte: Kennzahlen (Kosten je m³/m² nach BKP) speisen die Budgets künftiger Projekte – realistische Offerten heute sind die Benchmarks von morgen.

BKP vs. eBKP – was sich ändert

Der eBKP (Baukostenplan Bau) gliedert nicht nach Arbeitsgattungen, sondern nach Elementen/Bauteilen (z. B. Wand, Dach, Elektroanlage als Element mit allen zugehörigen Leistungen). Für Planer verbessert das Kostensicherheit in frühen Phasen; öffentliche Bauherren verlangen ihn zunehmend. Für Handwerksbetriebe heisst das praktisch: Anfragen können element- statt gewerkbezogen strukturiert sein, und dieselbe Leistung erscheint an anderer Stelle der Kostengliederung. Die Kalkulation bleibt dieselbe – nur die Zuordnung ändert; im Zweifel die Referenz der Anfrage übernehmen und in der eigenen Ablage beide Nummern führen.

Praxis

  1. BKP-Referenz aus der Anfrage in Offerte und Rechnung übernehmen – beschleunigt Prüfung und Zahlung.
  2. Projektauswertung nach BKP-Gruppen führen: So sehen Sie, in welchen Kostenteilen Sie wettbewerbsfähig sind.
  3. Bei GU-/Architekten-Anfragen ohne LV: Nachfragen, welcher BKP-Detaillierungsgrad erwartet wird – eine grobe Gruppen-Offerte und ein positioniertes Devis sind verschiedene Aufwände.