Das Schema auf einen Blick

StufePositionBeispiel (Badumbau, Sanitärteil)
1Einzelkosten Lohn: Stunden × Kostenstunde38 h × CHF 58 = 2’204
2Einzelkosten Material (inkl. Bezugskosten/Schwund)3’150 × 1,08 = 3’402
3Maschinen/Geräte, Fremdleistungen (Kernbohrung)380
4Baustellengemeinkosten (Anteil Installation, Transporte, Entsorgung)290
=Selbstkosten I (Herstellkosten)6’276
5Geschäftsgemeinkosten-Zuschlag (hier 14 %)879
=Selbstkosten II7’155
6Risiko & Gewinn (hier 10 %)715
=Nettopreis7’870
7+ Aufschlag für gewährtes Skonto 2 % (÷0,98)8’031
8+ MwSt 8,1 %8’681 Angebotspreis


Die Zuschläge gehören aus der eigenen Erfolgsrechnung

  • Geschäftsgemeinkosten (GGK): Miete, Fahrzeuge, Administration, IT, Versicherungen, Werbung, unproduktive Löhne – Jahreswert aus der Erfolgsrechnung ÷ Jahres-Einzelkosten ergibt Ihren Zuschlagssatz. Branchenübliche 10–20 % auf Selbstkosten (bzw. 50–70 % auf den Lohn) sind Startwerte, keine Wahrheit.
  • Lohn- vs. Materialzuschlag trennen: Material verursacht weniger Gemeinkosten als Lohnstunden – wer einen Einheitszuschlag auf alles legt, ist bei materiallastigen Aufträgen zu teuer und bei lohnlastigen zu billig. Bewährt: hoher Zuschlag auf Lohn, moderater Materialzuschlag (Bezugskosten, Lager, Schwund, Garantie).
  • Baustellengemeinkosten nicht vergessen: Installation, Bauführung, Container, Krane – je Projekt kalkulieren; in LV-Ausschreibungen gehören sie in die dafür vorgesehenen Positionen (NPK).

Skonto, Rabatt, Rundung: die Margen-Killer am Schluss

  • Skonto ist kein Geschenk der Marge: 2 % Skonto auf CHF 8’000 sind CHF 160 – wer sie nicht via ÷0,98 einrechnet, zahlt sie aus dem Gewinn.
  • Rabatt nur gegen Gegenwert (Volumen, Folgeauftrag, sofortige Vergabe) und immer auf den Netto-, nie zusätzlich auf den skontierten Preis.
  • Reihenfolge fixieren: Nettopreis → Rabatt → Skonto → MwSt. In Ausschreibungen die verlangte Reihenfolge des LV übernehmen.
  • Runden mit System: kaufmännisch auf 5 Rappen bzw. ganze Franken je Position – nicht pauschal das Total «glätten», das zerstört die Nachkalkulierbarkeit.

Nachkalkulation schliesst den Kreis

Jede Kalkulation ist eine Hypothese – geprüft wird sie auf der Baustelle: Ist-Stunden × Kostenstunde + Ist-Material gegen den verrechneten Preis, je Auftrag und je Position. Erst die Nachkalkulation zeigt, ob Leistungsansätze («m² pro Stunde») und Zuschläge stimmen – und liefert die Werte für die nächste Offerte. Baunex führt Soll/Ist je Projekt automatisch zusammen: Offertpositionen, Rapportstunden, Materialbezüge und Rechnungen in einer Auswertung.