Das System hinter dem Devis

Der NPK beschreibt Bauleistungen in standardisierten Positionen, gegliedert nach Arbeitsgattungen (eigene Kapitel u. a. für Maurer-, Maler-, Gipser-, Elektro-, Sanitär- und Gartenbauarbeiten). Jede Position definiert Leistung, Einheit und Ausmassregel. Der Planer wählt die Positionen aus und setzt die Mengen ein – daraus entsteht das Leistungsverzeichnis (LV), in der Romandie «Devis» genannt. Ausgetauscht wird es heute meist digital in standardisierten Formaten, die jede gängige Bau-Software einlesen kann.

Für die Baukosten-Gliederung auf Projektebene existieren daneben der Baukostenplan BKP/eBKP – NPK beschreibt Leistungen, BKP ordnet Kosten.

So lesen Sie ein LV richtig

  1. Vorbemerkungen zuerst: Allgemeine Bedingungen, Bauablauf, Erschwernisse, Regiebestimmungen stehen vor den Positionen – sie gelten für alles Folgende und gehören in die Kalkulation.
  2. Positionstexte wörtlich nehmen: «inkl. Untergrundvorbereitung» oder «exkl. Gerüst» entscheidet über Ihre Marge; der Positionstext geht Ihrer Gewohnheit vor.
  3. Ausmassregeln beachten: Der NPK definiert je Position, wie gemessen wird (etwa Abzugsregeln bei Öffnungen) – kalkulieren Sie auf die Regel, nicht auf die Bautradition Ihrer Region.
  4. Reserve-/Eventualpositionen (R-Positionen): werden nur bei Bedarf ausgeführt, sind aber zu bepreisen – mit denselben Sorgfaltsmassstäben, denn abgerufen wird zum offerierten Preis.
  5. Per-Positionen: Bei «per»-Angaben (geschätzte Menge) wird nach effektivem Ausmass abgerechnet.

Kalkulieren im LV: Ihr Preis, nicht der Katalog

Der NPK enthält keine Preise – jede Position braucht Ihre eigene Kalkulation:

  • Leistungsansatz je Position (wie viele Einheiten pro Stunde schafft Ihr Team?) × Kostenstunde + Material + Maschinen.
  • Gemeinkosten und Gewinn über den Zuschlags-Weg auf die Einzelkosten.
  • Baustellengemeinkosten (Installation, Kran, Container) gehören in die dafür vorgesehenen Positionen – wer sie in die Einheitspreise mischt, verliert bei Mengenänderungen.
  • Skonto/Rabatt werden im Angebot separat ausgewiesen – erst am Schluss und bewusst, nicht als versteckte Reserve in jeder Position.

Häufige Fehler von Unternehmerseite

  • Lücken stillschweigend füllen: Fehlt eine nötige Leistung im LV, gehört ein schriftlicher Hinweis in die Offerte («Position … fehlt; wir offerieren als Zusatz») – sonst streiten Sie später über Nachträge.
  • Vorbemerkungen ignorieren, in denen Bauwasser, Strom, Deponiegebühren oder Baureinigung dem Unternehmer überbunden werden.
  • Einheiten verwechseln (m/m²/m³, Stück/Paar) – klassischer Faktor-Fehler mit Bindungswirkung.
  • R-Positionen mit Kampfpreisen, weil «die eh nie kommen» – kommen sie doch, arbeiten Sie zum Verlustpreis.
  • Pauschalisierungs-Klauseln übersehen, die das LV zur Global-Offerte machen («Vollständigkeit der Leistung») – dann tragen Sie das Lückenrisiko.

Baunex liest Leistungsverzeichnisse ein, hält Ihre Kalkulationsansätze je Position fest und macht aus dem kalkulierten Devis direkt Auftrag, Ausmass und Rechnung.