Die Modelle im Vergleich (Stand 2026)
| LMV | Gebäudetechnik | Elektro | Maler/Gipser | CCT-SOR | |
|---|---|---|---|---|---|
| Jahresstunden 2026 | 2112 | 2088 | 2088 | 2088 | 2132 (Basis 41 h) |
| Wochenstunden | 37,5–45 (Kalender) | 40 | 40 (+ Vorholzeit) | 40 (max. 48) | 39–45 bzw. Gleitzeit 32–47 |
| Stundenlohn-Teiler | 176 | 173,3 | 174 | – | 177,7 |
| Saldo-/Bandbreite | Übertrag bis 120 h; ab 100 ausbezahlten h +25 % | Zähler A 41.–45. h (0 %), Zähler B 46.–50. h (25 %) | bis 100 h übertragbar; darüber Januar-Auszahlung +25 % | Kompensation bis Ende April; max. 80 h zuschlagsfrei auszahlbar | 120 Überstunden/Jahr; Jahresendsaldo +25 % oder Kompensation bis 31.3. |
| Planungsinstrument | Arbeitszeitkalender (bis Mitte Nov.) | betriebliche Einteilung | betriebliche Einteilung, auch objektbezogen | betriebliche Arbeitszeitkontrolle | Betrieb legt 39–45 h fest oder Gleitzeitmodell |
Immer zusätzlich: Höchstarbeitszeit 50 h/Woche und die Überzeitlimiten des ArG – kein GAV kann sie aufweichen (Überstunden vs. Überzeit).
Was das praktisch bedeutet
- Der Teiler entscheidet über jeden Zuschlag. Ein Monatslohn von CHF 5’000 ergibt CHF 28.41 (LMV, ÷176), CHF 28.85 (Gebäudetechnik, ÷173,3), CHF 28.74 (Elektro, ÷174) oder CHF 28.14 (CCT-SOR, ÷177,7) Grundstundenlohn. Details: Stundenlohn ↔ Monatslohn.
- Saldogrenzen sind Stichtags-Fallen: LMV kappt den Übertrag bei 120 h, Elektro zahlt über 100 h zwingend im Januar aus, Maler/Gipser verlangt Kompensation bis Ende April, die CCT-SOR bis 31. März. Wer die Konten nicht laufend führt, zahlt am Stichtag Zuschläge, die vermeidbar waren.
- Nur der LMV kennt den paritätischen Arbeitszeitkalender. Wird er nicht bis Mitte November eingereicht, gilt der Kalender der Berufskommission (Arbeitszeitkalender erstellen).
- Mischbetriebe (z. B. Gipser mit Trockenbau- und Fassadenabteilung) müssen je Betriebsteil klären, welcher GAV gilt – siehe Firmensitz vs. Wohnort.
Sonderfall Westschweiz
Die CCT-SOR rechnet als einziger grosser Vertrag mit einer 41-Stunden-Woche und kennt zwei Modelle: die Standardarbeitszeit (Betrieb fixiert 39–45 h, Stunden 41–45 laufen als Überstunden mit 120-h-Bandbreite) und die Gleitzeit (32–47 h, konstanter Monatslohn = Stundenlohn × 177,7). Bezahlte Absenzen zählen mit 8,2 h pro Tag – ein Detail, das bei Ferien- und Feiertagsabrechnungen oft falsch übernommen wird.

