Die wichtigsten Grenzen der WV-CH 2025
| Gegenstand | Grenze / Pflicht | WV-CH Ziffer |
|---|---|---|
| Einphasiger Anschluss (1 LN) | max. 3,7 kVA; darüber Drehstrom | 1.6, 8.1 |
| Unsymmetrie zwischen Aussenleitern | max. 3,7 kVA | 1.6 |
| Motoren | TAG oberhalb Anlaufstromgrenzen: 20 A (1 L) / 40 A (3 L) bei seltenem Anlauf, strenger bei häufigem | 8.2 |
| Oberschwingungserzeuger (FU, Gleichrichter) | TAG oberhalb Richtwerten, z. B. 2 kVA einzeln / 6 kVA Summe bei 25-A-Anschluss | 8.3 |
| Wärmepumpen, elektrische Wärme, Kälte | TAG | 2.2, 8.4 |
| Erzeugungsanlagen, Speicher | TAG; einphasige Wechselrichter ≤ 3,7 kVA je Aussenleiter | 10–11 |
| Ladeinfrastruktur | TAG immer; 1–2 Stationen: 1 L ≤ 3,7 kVA / 2 L ≤ 16 A; Steuermöglichkeit für den Netzbetreiber ab > 3,7 kVA | 12 |
| Leistungsfaktor am Anschlusspunkt | 0,9 induktiv – 0,9 kapazitiv | 1.4 |
| Wandlermessung | ab > 80 A bzw. > 25 mm² | 7.9 |
Apparatebestellung: die Logistik hinter dem Zähler
Zähler, Rundsteuerempfänger und Steuerapparate liefert der Netzbetreiber – bestellt werden sie mit der Apparatebestellung (AB), einem der vier Standardformulare (TAG, IA, AB, SiNa). Vorlauf: mindestens 10 Arbeitstage ab vorbehaltlos bewilligter Installationsanzeige (WV-CH Ziff. 2.4). Wer die Zählermontage auf den Übergabetermin braucht, rechnet rückwärts: IA-Genehmigung + 10 Arbeitstage + Montagefenster.
Rundsteuerung und Sperrzeiten
Seit den revidierten Bestimmungen zu Flexibilitäten (Art. 17b/17c StromVG, WV-CH Ziff. 1.9) gilt: Der Netzbetreiber bestimmt Art und Umfang der Steuerungen und montiert die Steuerapparate auf eigene Kosten. Kochherde, Wassererwärmer, Waschmaschinen und Wärmepumpen können für die «garantierte Nutzung» gesteuert werden; bei gefährdetem Netz hat diese Steuerung Vorrang. Kunden können aus weitergehenden Flexibilitätsprogrammen aussteigen (Opt-out) – nicht aber gegen die Installation des Steuergeräts und die garantierte Nutzung.
Beispiele konkreter Sperrregimes:
- EKZ: Wassererwärmer ab 200 Litern sperrpflichtig mit Nacht-Freigabefenstern von 4–8 Stunden und Leistungsreihen je Speichergrösse; Raumheizungen mit Sperrzeiten von 1–3 h/Tag (Wärmepumpentarif bis 4 h), Mindest-Einschaltdauer 2 h; Wärmepumpen-Kompressoren bis 3,7 kW ungesperrt.
- CKW: Ladestationen über 3,7 kVA brauchen eine Notansteuerung (Rundsteuerempfänger/Schütz); Rundsteuerung mit dynamischen Schaltzeiten.
- Zentralschweiz: Kommandopläne (Schaltzeiten der Rundsteuerung) publiziert auf werkvorschriften-zentralschweiz.ch.
Praxis für Installations- und Haustechnikbetriebe
- Beim Boiler-Ersatz an die Sperrung denken: Ab 200 l (EKZ-Gebiet) gehört der Wassererwärmer an die Rundsteuerung – Relais/Steuerleitung einplanen, sonst scheitert die Abnahme.
- Wallbox nie ohne Steuerkanal offerieren (> 3,7 kVA): Öffner-Kontakt bzw. Lastmanagement gehören in Offerte und Schema.
- Sperrzeiten in die Haustechnik-Planung: Eine WP mit 3 h Sperrzeit braucht Speicher/Puffer – das ist Planungs-, nicht Elektrothema.
- Einphasige Altlasten ersetzen: Geräte über 3,7 kVA einphasig sind nicht WV-konform – bei Umbauten auf Drehstrom umstellen.
- Formularkette einhalten: TAG → IA → AB → Montage → SiNa. Jede übersprungene Stufe rächt sich mit Wartezeit.

