Die Kette in einer Tabelle
Beispiel Maurer, Monatslohn CHF 5’698 (LMV Klasse A, Zone blau):
| Stufe | Rechnung | Wert |
|---|---|---|
| Grundstundenlohn | 5’698 ÷ 176 | CHF 32.40 |
| + 13. Monatslohn (8,33 %) | × 1,0833 | CHF 35.10 |
| + Sozialabgaben, KTG, BVG, FAK, Parifonds (~16 %) | × 1,16 | CHF 40.70 pro bezahlte Stunde |
| Bezahlte Stunden pro Jahr | 2112 (Soll) | |
| ./. Ferien, Feiertage, Krankheit, Weiterbildung | ≈ −370 h | ≈ 1’740 h anwesend |
| ./. Werkhof, Umziehen, Leerlauf (~12 %) | ≈ −210 h | ≈ 1’530 h verrechenbar |
| Kostenstunde | (40.70 × 2112) ÷ 1’530 | ≈ CHF 56 |
| + Gemeinkostenzuschlag (~50–70 % auf Kostenstunde) | Fahrzeuge, Werkstatt, Büro, Versicherungen, Führung | ≈ CHF 85–95 |
| + Risiko & Gewinn (~10–15 %) | CHF 95–110 Verrechnungssatz |
Rechnen Sie mit Ihren eigenen Zahlen im Stundenlohn-Rechner; die Abgaben im Detail stehen im Artikel Lohnkosten Arbeitgeber.
Die drei häufigsten Kalkulationsfehler
- Mit Anwesenheits- statt verrechenbaren Stunden geteilt. Wer die Jahreskosten durch 2112 statt durch ~1’530 teilt, unterschätzt die Kostenstunde um gut 25 % – und «gewinnt» jede Offerte, die Verlust bringt.
- Gemeinkosten als Bauchwert. Bus, Werkzeug, Lager, Software, Versicherungen, Ausbildung, unbezahlte Offertstunden: Wer sie nicht jährlich aus der Erfolgsrechnung herleitet, verrechnet den Zuschlag von vorletztem Jahr.
- Spesen und Zulagen vergessen. Mittagsentschädigung, Kilometergeld und die LMV-Baustellenzulage sind reale Kosten pro Einsatztag – in der Offerte gehören sie in den Stundenansatz oder als separate Position.
Kontrollfragen für den eigenen Satz
- Deckt der Satz die Kostenstunde × 1,6 mindestens? Darunter arbeitet der Betrieb strukturell defizitär.
- Stimmen die produktiven Stunden aus der Zeiterfassung mit der Kalkulationsannahme überein? (Eigener Zeittyp für Werkhof/Wege zeigt es schwarz auf weiss.)
- Wird nachkalkuliert? Ist-Stunden × Kostenstunde gegen verrechnete Positionen pro Baustelle – sonst bleibt jeder Satz ein Glaube. Baunex rechnet die Nachkalkulation pro Projekt automatisch mit.
- Liegt der Satz marktüblich (Bau/Ausbau meist CHF 95–125 je nach Region und Gewerk)? Deutlich darunter ist kein Wettbewerbsvorteil, sondern meist ein Rechenfehler.

