Wer sechs, zehn oder zwanzig Leute auf Baustellen und Serviceeinsätze verteilt, merkt irgendwann: Das Whiteboard im Büro kennt nur, wer davorsteht. Eine Software für die Einsatzplanung bringt Aufträge, Monteure, Material und Termine in einen Plan, den das Büro und die Leute auf der Baustelle gleichzeitig sehen.

Dieser Leitfaden richtet sich an Inhaberinnen, Disponenten und Projektleiter in Schweizer Handwerks- und Baubetrieben. Er zeigt, was eine Software für die Einsatzplanung können muss, wie Auftrags- und Baustellenplanung damit zusammenhängen, was eine Monteurplaner-App leisten sollte und wo Arbeitsgesetz, LMV und GAV in den Plan hineinspielen. Ein Rechenbeispiel zeigt, wie Sie den Nutzen für Ihren eigenen Betrieb abschätzen.

Key Takeaways

  • Eine Software für die Einsatzplanung ersetzt nicht die Disposition, sie macht sie für alle sichtbar: ein Plan, eine Version, im Büro und auf dem Handy.
  • Gute Einsatzplanung beginnt vor dem Einsatz: bei der Auftragsplanung (Termin, Kapazität, Material) und bei der Baustellenplanung (Gewerke-Abfolge, Wetter, Abnahme).
  • Die Planung muss Schweizer Regeln kennen: 50 Stunden Höchstarbeitszeit pro Woche für Bau und Handwerk (Art. 9 ArG), Reisezeit-Regeln im LMV und im GAV Maler/Gipser, Zuschläge im GAV Elektro.
  • Wichtigstes Auswahlkriterium: Die Monteure müssen den Plan auf dem Handy nutzen. Ohne Akzeptanz auf der Baustelle bleibt jede Software ein zweites Whiteboard.
  • Ob sich eine Software lohnt, rechnen Sie am besten selbst, mit Ihren eigenen Annahmen zu Planungszeit und vermeidbaren Fahrten (Rechenbeispiel weiter unten).

Was Einsatzplanung im Handwerk umfasst

Einsatzplanung heisst: die richtige Person mit der richtigen Qualifikation, dem richtigen Material und dem richtigen Fahrzeug zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Im Handwerk hängen daran drei Planungsebenen, die im Alltag oft durcheinandergehen:

  • Auftragsplanung: Wann wird ein Auftrag ausgeführt, und reicht die Kapazität dafür? Horizont: Wochen bis Monate.
  • Baustellenplanung: In welcher Reihenfolge laufen die Arbeiten auf einer Baustelle, wer kommt wann, was muss vorher geliefert oder abgenommen sein? Horizont: Tage bis Wochen.
  • Einsatzplanung im engeren Sinn, also die Disposition: Wer fährt morgen wohin? Horizont: Tag und Woche.

Eine gute Software verbindet diese drei Ebenen. Stehen Auftrag, Baustelle und Tagesplan in getrennten Listen, übertragen Sie Informationen von Hand, und genau dort entstehen die Fehler: der Monteur ohne Material, das Team auf der Baustelle, auf der das Vorgewerk noch nicht fertig ist, der Kunde, dem niemand die Verschiebung mitgeteilt hat. Wer zuerst die Grundbegriffe klären will, findet im Beitrag Einsatzplanung im Handwerk: Grundlagen und Checkliste für Einsteiger den ruhigeren Einstieg.

Einsatzplanung im Handwerk: was eine Software können muss

Die folgende Checkliste trennt Pflicht von Kür. Nutzen Sie sie für Demos und Testphasen: Lassen Sie sich jede Zeile an einem eigenen Beispiel zeigen, nicht an vorbereiteten Demo-Daten.

FunktionWozuPflicht oder KürWorauf Sie achten
Plantafel für Tag, Woche, MonatÜberblick, wer wann wo istPflichtVerschieben per Drag-and-Drop, Konflikte werden angezeigt
Mitarbeitende mit QualifikationenNur einteilen, wer die Arbeit darf und kannPflichtLernende, Monteure ohne Abschluss, Berechtigungen nach NIV, Gas, Höhenarbeit
AbwesenheitenFerien, Krankheit, Militär, Kurse, BerufsschulePflichtEine Abwesenheit blockiert die Einteilung automatisch
App für MonteureEinsatz, Adresse, Kontakt und Auftrag auf dem HandyPflichtPush bei Änderungen, einfache Bedienung, auch für Aushilfen
Verknüpfung mit Auftrag und ProjektJeder Einsatz gehört zu einem AuftragPflichtOfferte, Auftrag und Einsatz im selben System
Zeiterfassung und RapportStunden, Material und Fotos aus dem Einsatz erfassenPflichtArbeitszeit nach Art. 46 ArG, Aufbewahrung mindestens 5 Jahre
Offline-EinsichtPlan auch im Keller oder Rohbau lesbarPflicht auf BaustellenIm Test ohne Netz ausprobieren
Material und LieferungenMaterial ist da, wenn der Monteur kommtKür, bei Baustellen PflichtLiefertermin direkt beim Einsatz sichtbar
Pikett und NotdienstRotation, Bereitschaft, Einsätze nachts und am WochenendeKür, im Service PflichtPikett als eigener Einsatztyp, Zuschläge nach GAV
Karte und FahrwegeEinsätze geografisch bündelnKürTagesroute pro Monteur auf einen Blick
KundeninformationTermin bestätigen, Zeitfenster mitteilenKürVorlage per E-Mail oder SMS
Datenhaltung und ExportDie Daten gehören IhnenPflichtExport als CSV oder Excel, Schnittstelle zur Buchhaltung, Auftragsverarbeitungsvertrag


Zwei Punkte werden in Demos gern übersprungen. Erstens: Wie schnell geht eine Umplanung? Spielen Sie einen Montagmorgen mit zwei Krankmeldungen durch und schauen Sie, wie viele Klicks und Anrufe es braucht, bis alle Betroffenen Bescheid wissen. Zweitens: Was sieht der Monteur? Geben Sie die App einem Ihrer Leute für eine Woche, bevor Sie entscheiden. Seine Rückmeldung ist mehr wert als jede Funktionsliste.

Was Sie für den Anfang weglassen können: automatische Routenoptimierung für Teams, die ohnehin wochenlang auf derselben Baustelle stehen, und aufwendige Auswertungen, solange die Grundplanung noch nicht sitzt.

Auftragsplanung im Handwerk

Die Auftragsplanung entscheidet, ob die Einsatzplanung überhaupt aufgehen kann. Wer Aufträge ohne Blick auf die Kapazität zusagt, verschiebt das Problem nur auf den nächsten Montag. Der Ablauf hat vier Stationen.

1. Auftragseingang

Jeder Auftrag wird an einem Ort erfasst: Kunde, Adresse, Leistung, gewünschter Termin, Ansprechperson vor Ort. Kommt der Auftrag aus einer Offerte, übernehmen Sie Positionen und geschätzte Stunden, statt sie neu abzutippen. Wichtig ist eine erste Einschätzung: Wie viele Personentage braucht der Auftrag, und welche Qualifikationen?

2. Terminierung

Der Auftrag bekommt ein Zeitfenster: ein fixer Termin, etwa die Übergabe einer Wohnung, eine Wunschwoche oder «sobald Kapazität frei ist». Dazu gehören die Abhängigkeiten: Kann der Elektriker erst nach dem Gipser? Braucht es eine Bewilligung oder eine Anzeige beim Netzbetreiber? Sagen Sie dem Kunden erst dann einen Termin zu, wenn die Kapazität geprüft ist.

3. Kapazität prüfen

Jetzt wird es konkret: Wie viele Stunden sind in der Zielwoche schon verplant, wer ist abwesend, wer hat die nötige Qualifikation? Die Kapazität ist nicht einfach Anzahl Mitarbeitende mal Wochenstunden. Abzuziehen sind Ferien, Kurse, Berufsschultage der Lernenden, Kompensation nach Pikett und ein Puffer für Notfälle und Nacharbeiten. Wie Sie das sauber aufsetzen, zeigt der Beitrag zur Kapazitätsplanung im Handwerk.

4. Material

Material ist einer der häufigsten Gründe, warum ein sauber geplanter Einsatz trotzdem platzt. Legen Sie pro Auftrag fest: Was wird bestellt, bis wann muss es da sein, geht die Lieferung ins Lager, in die Werkstatt oder direkt auf die Baustelle? Ein Liefertermin, der beim Einsatz sichtbar ist, erspart dem Monteur die Fahrt zum Grosshändler. Mehr dazu im Beitrag zur Materialverwaltung in kleinen Betrieben.

Erst wenn Termin, Kapazität und Material stimmen, geht der Auftrag in die Einsatzplanung. Das klingt banal. In der Praxis läuft es oft umgekehrt: Zuerst wird eingeteilt, dann merkt man, dass das Material fehlt oder das Vorgewerk nicht fertig ist.

Baustellenplanung im Handwerk

Auf einer Baustelle arbeiten mehrere Gewerke nacheinander und nebeneinander. Die Baustellenplanung klärt, wann Ihr Team dran ist, was vorher fertig sein muss und was danach kommt. Sie ist der Teil der Planung, den Sie am wenigsten allein bestimmen, weil Bauleitung, andere Gewerke und Lieferanten mitreden.

Gewerke-Abfolge

Ein typisches Beispiel ist die Badsanierung: Rückbau, Sanitär-Rohinstallation, Elektro, Gipser beziehungsweise Plattenleger, Sanitär-Fertigmontage, Maler. Jede Verschiebung zieht die folgenden Gewerke mit. Planen Sie deshalb in Etappen mit klaren Übergabepunkten («Rohinstallation fertig und abgedrückt») statt mit einem einzigen Endtermin, und halten Sie die Übergabepunkte im Plan fest. Wie das bei einer Badrenovation konkret aussieht, zeigt der Beitrag zur Badezimmer-Renovation aus Sanitärsicht.

Wetter und Jahreszeit

Fassaden, Dächer, Gartenbau und Aussenanstriche hängen vom Wetter ab. Planen Sie für wetterabhängige Einsätze eine Innenalternative ein, damit das Team bei Regen nicht im Magazin steht. Welche Regeln bei Hitze, Kälte und Schlechtwetter gelten, fasst der Wissen-Artikel zu Hitze, Kälte und Schlechtwetter auf der Baustelle zusammen.

Material und Liefertermine auf der Baustelle

Auf Baustellen sind Lagerfläche und Zufahrt oft knapp. Stimmen Sie Lieferungen mit der Bauleitung ab: Zeitfenster, Kran oder Hebebühne, Abladeort. Halten Sie den Liefertermin beim Einsatz fest, damit der Monteur weiss, ob er auf die Lieferung warten muss oder schon arbeiten kann.

Abnahme

Eine Baustelle ist erst fertig, wenn die Arbeit abgenommen ist. Planen Sie den Abnahmetermin und die Zeit für die Mängelbehebung von Anfang an ein, statt sie in die letzte Woche zu quetschen. Was rechtlich bei Abnahme und Ablieferung gilt, erklärt der Wissen-Artikel Abnahme und Ablieferung des Bauwerks. Eine Vorlage gibt es als Abnahmeprotokoll.

Vom Auftrag bis zur Baustelle: sieben Schritte von Auftragseingang, Terminierung, Kapazität und Material über die Einsatzplanung bis zu Ausführung mit Rapport sowie Abnahme und Rechnung
Vom Auftrag bis zur Baustelle: Auftragsplanung, Einsatzplanung und Baustelle greifen ineinander. Schematische Darstellung, Baunex 2026.

Mobile Einsatzplanung: was eine Monteurplaner-App leisten muss

Der Plan nützt nur, wenn er dort ankommt, wo gearbeitet wird. Die App für die Monteure ist deshalb kein Zusatz, sondern die Hälfte der Einsatzplanung. Auf das Handy des Monteurs gehören mindestens:

  • Tagesplan und Wochenvorschau: Wo bin ich heute, wo morgen?
  • Einsatzdetails: Adresse mit Navigation, Kontakt vor Ort, Zugang (Schlüssel, Code), Auftragsbeschreibung, Pläne und Fotos.
  • Änderungen per Push: Wird umgeplant, erfährt es der Monteur sofort und nicht über die dritte WhatsApp-Gruppe.
  • Zeiterfassung und Rapport: Arbeitszeit, Material und Fotos direkt beim Einsatz erfassen. Wie das im Alltag funktioniert, zeigt der Vergleich digitale Rapportierung vs. Papier.
  • Offline-Lesbarkeit: Im Keller, im Rohbau oder in der Tiefgarage fehlt oft das Netz.

Zwei Dinge sollten Sie im Team offen besprechen, bevor die App kommt. Erstens: Welche Daten sieht das Büro? Standortdaten von Mitarbeitenden sind heikel. Klären Sie transparent, ob und wofür Sie sie nutzen, und holen Sie im Zweifel rechtlichen Rat ein. Zweitens: Wer bekommt ein Firmenhandy, wer nutzt das private Gerät? Eine ausführliche Übersicht über Anforderungen an Apps bietet der Beitrag zur Einsatzplanungs-App fürs Handwerk.

Einsatzplanung in der Baubranche: Bau, Ausbau und Service

«Einsatzplanung in der Baubranche» meint je nach Betrieb etwas anderes. Ein Baumeister plant Equipen für Wochen auf einer Baustelle, ein Elektriker im Service plant mehrere Kundentermine pro Tag. Die Tabelle zeigt die Unterschiede.

MerkmalBauhauptgewerbeAusbaugewerbeService und Unterhalt
BeispieleHochbau, Tiefbau, MaurerElektro, Sanitär, Heizung, Maler, Gipser, SchreinerStörungsdienst, Wartung, Reparaturen
PlanungseinheitEquipe pro BaustelleMonteur oder Zweierteam pro EtappeEinzelner Monteur pro Einsatz
PlanungshorizontWochen bis MonateTage bis WochenStunden bis Tage
Typische StörungWetter, BauverzögerungVorgewerk nicht fertig, Material fehltNotfall, Kunde nicht da
Regelwerk (Beispiele)LMV: Jahresarbeitszeit 2'112 Stunden (Art. 26), Reisezeit (Art. 49), Baustellenzulage (Art. 55)GAV Maler/Gipser: Reisezeit (Art. 8.8), Zeiterfassung (Art. 8.9); GAV Elektro; GAV GebäudetechnikPikett- und Zuschlagsregeln des jeweiligen GAV


Für die Planung sind vor allem die Regeln zur Reisezeit wichtig, weil sie direkt davon abhängen, wie Sie Einsätze verteilen:

  • LMV Bauhauptgewerbe 2026–2031: Die Reisezeit ab und zur Sammelstelle zählt nicht zur Jahresarbeitszeit und wird im Folgemonat zum Grundlohn entschädigt. Bis 30 Minuten pro Tag sind bis Ende 2028 pauschal mit der Baustellenzulage abgegolten (Art. 49). Dieser Artikel ist nicht allgemeinverbindlich erklärt, gilt also nur für Mitglieder der Vertragsverbände. Allgemeinverbindlich ist dagegen die Baustellenzulage: CHF 4.– pro Arbeitstag ab 5,5 Stunden im Jahr 2026, CHF 6.50 ab 2027, CHF 9.– ab 2028 (Art. 55). Quelle: LMV 2026–2031 und AVE-Beschluss des Bundesrats vom 5.3.2026.
  • GAV Maler- und Gipsergewerbe 2026–2029 (Deutschschweiz): Ab 1.4.2026 sind bis 25 Minuten Reisezeit zwischen Werkstatt und Arbeitsstelle pro Tag unbezahlt, ab 1.4.2027 bis 20 und ab 1.4.2028 bis 15 Minuten. Was darüber liegt, ist bezahlte Arbeitszeit (Art. 8.8, nicht allgemeinverbindlich). Allgemeinverbindlich ist die Pflicht, Arbeitsstunden und Reisezeit genau zu erfassen (Art. 8.9). Quelle: GAV Maler/Gipser 2026–2029.

Wer Einsätze geografisch bündelt, senkt also nicht nur Fahrzeugkosten, sondern oft auch bezahlte Reisezeit. Die Übersicht Wegzeit und Reisezeit je GAV zeigt die Regeln der einzelnen Branchen.

Für alle gilt das Arbeitsgesetz. Für Bau und Handwerk liegt die wöchentliche Höchstarbeitszeit bei 50 Stunden (Art. 9 ArG), die Überzeit ist auf 140 Stunden pro Kalenderjahr begrenzt (Art. 12 ArG). Die Arbeitszeiten müssen erfasst und mindestens fünf Jahre aufbewahrt werden (Art. 46 ArG, Art. 73 ArGV 1). Eine Einsatzplanung, die direkt in die Zeiterfassung übergeht, macht diese Dokumentation zum Nebenprodukt. Details im Beitrag zur Zeiterfassung im Handwerk.

Pikett- und Notdienstplanung

Servicebetriebe in Elektro, Sanitär und Heizung führen neben dem Wochenplan einen zweiten Plan: den Pikettdienst. Er muss fair verteilt, rechtzeitig bekannt und mit dem Tagesplan verzahnt sein. Wer nachts ausrückt, kann am nächsten Morgen nicht um sieben auf der Baustelle stehen.

Worauf es ankommt:

  • Rotation fix planen: Pikettwochen für mehrere Monate im Voraus festlegen, Tausch nur über den Plan und nicht per Zuruf.
  • Qualifikation prüfen: Im Pikett muss jemand Dienst haben, der die anfallenden Arbeiten ausführen darf, im Elektro etwa mit der nötigen Berechtigung.
  • Ruhezeiten einhalten: Nach einem Nachteinsatz den Folgetag im Plan anpassen.
  • Zuschläge richtig erfassen: Der GAV Elektro 2026–2029 sieht zum Beispiel 50 % Zuschlag für Arbeit von Montag bis Freitag zwischen 23 und 6 Uhr vor, 25 % am Samstag von 13 bis 23 Uhr, 50 % am Samstag von 23 bis 6 Uhr und 100 % an Sonn- und Feiertagen (Art. 25.1, GAV Elektro 2026–2029). Andere GAV haben eigene Regeln.

Wie Sie einen Notdienst organisieren und kalkulieren, zeigt der Leitfaden zum Elektriker-Notdienst und Pikett. Für Sanitär gibt es den Beitrag zur Organisation des Sanitär-Notdiensts. Was rechtlich als Arbeitszeit gilt, klärt der Wissen-Artikel Pikettdienst: Bereitschaft, Arbeitszeit, Entschädigung.

Excel vs. Whiteboard vs. Software

Nicht jeder Betrieb braucht sofort eine Software. Ein Zweipersonenbetrieb mit festen Kunden kommt mit einem guten Kalender aus. Sobald nicht mehr eine Person alles im Kopf hat, lohnt der Vergleich.

KriteriumWhiteboardExcelEinsatzplanungs-Software
Überblick im BüroGut, solange man davorstehtGut, aber nur eine Person bearbeitetGut, für alle gleichzeitig
Auf der Baustelle sichtbarNein, höchstens als Foto im ChatNur als verschickte DateiJa, in der App
Änderungen mitteilenTelefon, NachrichtDatei neu verschickenPush an die Betroffenen
AbwesenheitenVon Hand eintragenEigene Liste, oft getrenntIm Plan hinterlegt, blockieren die Einteilung
QualifikationenIm KopfAllenfalls eine Spalte, ohne PrüfungBeim Einteilen prüfbar
Verbindung zu Auftrag, Zeit, RechnungKeineVon Hand kopierenDurchgehend
Historie und NachweisWeggewischtViele DateiversionenNachvollziehbar gespeichert
KostenSehr tiefLizenz meist vorhandenMonatliche Lizenz pro Benutzer
Passt für1–3 Personen mit festen EinsätzenKleine Teams mit einer planenden PersonTeams mit Baustellen und Service parallel oder mit mehreren Planenden


Die Grenzen zwischen den Spalten sind Faustregeln, keine festen Schwellen. Warum Excel gerade bei wachsenden Teams an Grenzen stösst, zeigt der Beitrag Einsatzplanung mit Excel: warum nicht. Wie der Wechsel gelingt, beschreibt der Artikel Von Papier und Excel zur digitalen Einsatzplanung.

Beispiel: So sieht ein Wochenplan aus

Ein Wochenplan beantwortet auf einen Blick drei Fragen: Wer ist wo? Wo ist noch Luft? Wer fehlt? Das Beispiel zeigt einen fiktiven Ausbaubetrieb mit fünf Personen, zwei Baustellen, Serviceeinsätzen, einer Pikettwoche und Abwesenheiten.

Beispiel eines Wochenplans für fünf Mitarbeitende von Montag bis Freitag mit zwei Baustellen, Serviceeinsätzen, Pikett, Berufsschule, Ferien und Puffer
Beispiel-Wochenplan eines fiktiven Ausbaubetriebs, keine echten Daten. Darstellung Baunex, 2026.

Was man im Beispiel sieht:

  • Baustelle zuerst, Service darum herum: Die Baustellen-Teams sind für mehrere Tage fix eingeteilt, Serviceeinsätze füllen die Lücken.
  • Berufsschule ist Abwesenheit: Die Lernende ist am Schultag nicht einplanbar und erscheint auch nicht als freie Kapazität.
  • Abnahme als eigener Termin: Die Vorarbeiterin hat Baustelle B am Montag gestartet und nimmt am Mittwoch Baustelle A ab. Ab Donnerstag wechselt das Team von Baustelle A auf Baustelle B.
  • Pikett im Plan sichtbar: Timo hat diese Woche Pikett. Muss er nachts ausrücken, wird sein Einsatz am nächsten Morgen später angesetzt oder übergeben.
  • Puffer am Freitag: Zwei Personen haben am Freitag keine festen Einsätze. Das fängt Nacharbeiten und Verschiebungen aus der Woche auf.

Rechenbeispiel: Leerfahrten und Planungszeit

Rechenbeispiel mit Annahmen, keine Messung und kein Durchschnittswert. Es zeigt, wie Sie den möglichen Nutzen für Ihren eigenen Betrieb abschätzen. Ersetzen Sie jede Annahme durch Ihre eigenen Werte.

AnnahmeWert im Beispiel
Monteure im Aussendienst6
Vermeidbare Fahrzeit pro Monteur und Tag (Umwege, Fahrt zum Grosshändler, doppelte Anfahrt)20 Minuten
Einsatztage pro Jahr220
Planungszeit im Büro heute, pro Arbeitstag45 Minuten
Planungszeit im Büro mit Software, pro Arbeitstag20 Minuten
Interner Kostensatz pro Stunde (Lohn, Sozialkosten, Fahrzeug)CHF 80


Leerfahrten: 6 Monteure × 20 Minuten = 120 Minuten, also 2 Stunden pro Tag. 2 Stunden × 220 Tage = 440 Stunden pro Jahr. 440 Stunden × CHF 80 = CHF 35'200 pro Jahr.

Planungszeit: 45 − 20 = 25 Minuten pro Tag. 25 Minuten × 220 Tage = 5'500 Minuten, rund 92 Stunden pro Jahr. 92 Stunden × CHF 80 = CHF 7'360 pro Jahr.

So lesen Sie das Ergebnis:

  • Im Beispiel sind die Leerfahrten der grössere Hebel. Ob Sie 20 Minuten pro Tag einsparen, 5 oder gar keine, hängt davon ab, wie gut Ihre Einsätze heute schon gebündelt sind. Schreiben Sie zwei Wochen lang mit, statt zu schätzen.
  • Eingesparte Stunden sind nur dann Geld, wenn Sie sie verrechnen können oder damit Überzeit abbauen. Sonst sind sie eine Entlastung, aber kein zusätzlicher Franken.
  • Ihren internen Kostensatz leiten Sie mit dem Beitrag zum Stundenverrechnungssatz im Handwerk her. Wie viele Nettostunden an einem Baustellentag tatsächlich anfallen, rechnet der Baustellen-Stundenrechner aus.
  • Stellen Sie dem Ergebnis die Lizenzkosten (Anzahl Benutzer × Monatspreis × 12) und die Zeit für die Einführung gegenüber.

So führen Sie eine Einsatzplanungs-Software ein

Auch eine gute Software scheitert, wenn sie an einem Montag ohne Vorbereitung eingeführt wird. Bewährt hat sich folgender Ablauf:

  • Daten vorbereiten: Mitarbeitende mit Qualifikationen, laufende Aufträge, bekannte Abwesenheiten.
  • Mit einem Team starten: zwei Wochen mit einem Team oder einer Baustelle testen und den alten Plan parallel führen.
  • App vor Ort einführen: den Monteuren die App auf ihrem Handy zeigen, nicht per E-Mail erklären.
  • Eine Regel festlegen: Ab Stichtag gilt nur noch der digitale Plan.
  • Nach einem Monat nachjustieren: Was fehlt, was stört, welche Felder braucht niemand?

Die ausführliche Anleitung mit Zeitplan steht im Beitrag Einsatzplanung Schritt für Schritt einführen. Wie Planvorschläge mit künstlicher Intelligenz funktionieren und wo ihre Grenzen liegen, beschreibt der Artikel zur KI-gestützten Einsatzplanung.

Einsatzplanung in Baunex

In Baunex planen Sie Mitarbeitende per Drag-and-Drop im Wochenplan. Die Einsätze erscheinen in der mobilen App, Abwesenheiten sind im Plan hinterlegt, und aus dem Einsatz entsteht der Zeiteintrag. Offerte, Einsatz, Zeiterfassung und Rechnung liegen im selben System. Alle Funktionen im Detail: Einsatzplanung in Baunex. Wie das für Sanitär- und Heizungsbetriebe mit Notdienst und Wartungsverträgen aussieht, zeigt die Branchenseite Sanitär.

Weiterlesen: alle Artikel zur Einsatzplanung

Fazit

Eine Software für die Einsatzplanung lohnt sich, sobald nicht mehr eine Person alle Einsätze im Kopf hat oder Baustellen und Service parallel laufen. Entscheidend ist nicht die Zahl der Funktionen, sondern dass Auftrag, Baustelle und Tagesplan zusammenhängen und dass die Monteure den Plan auf dem Handy wirklich nutzen. Prüfen Sie Software mit Ihren eigenen Daten, rechnen Sie den Nutzen mit Ihren eigenen Annahmen, und führen Sie sie schrittweise ein.